KBA setzt Frist
VW muss Lösung für 1,2-Liter-Motor vorlegen

Neben Software-Updates benötigen hierzulande 540.000 VW-Fahrzeuge auch neue Bauteile. Betroffen sind die 1,6-Liter-Motoren. Bis zum 30. November muss VW auch eine Lösung für die 1,2-Liter-Motoren präsentieren.

Wolfsburg/Flensburg/BrüsselDer VW-Konzern muss bis spätestens 30. November dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auch einen Lösungsvorschlag für die manipulierten 1,2-Liter-Motoren präsentiert haben. Das sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Für die mittelgroßen Dieselmotoren mit 1,6 Litern Hubraum ist der Stichtag der 15. November.

Am Montag hatte das Verkehrsministerium unter Berufung auf das KBA mitgeteilt, dass hierzulande für 540.000 Wagen des VW-Konzerns neben einer Software-Lösung auch neue Bauteile hermüssen. Nach aktuellem Stand sind davon nur die 1,6-Liter-Motoren betroffen, und für die Maschinen mit 2,0 und 1,2 Litern reicht ein bloßes Software-Update am Computer ohne den Einbau neuer Teile aus.

Der KBA-Sprecher betonte aber den „ständigen Informationsfluss“ bei dem Thema. „Es ist noch nichts in Stein gemeißelt“, sagte er. Bisher ist nur der Stichtag für 2,0-Liter-Motoren (21. Oktober) abgelaufen. Die Fristen für die Motoren mit 1,6 (15.11.) und 1,2 Liter (30.11.) enden um Mitternacht.

Fest steht bereits, dass die Rückrufe im Januar 2016 mit den 2,0-Liter-Motoren beginnen sollen und für die mittleren Maschinen (1,6 Liter), die Bauteile benötigen, erst im Herbst 2016. VW hatte eingeräumt, in weltweit elf Millionen Dieseln mit dem Motor EA189 eine verbotene Software zum Schönen der Abgaswerte eingebaut zu haben.

Europaweit muss der Konzern 8,5 Millionen Wagen zurückrufen, allein in Deutschland geht es um 2,4 Millionen Wagen. Jüngere Wagen des Konzerns mit Euro-6-Abgasnorm sind dagegen nicht betroffen.

Die EU-Kommission droht VW derweil wegen der zu hohen CO2-Werte bei Autos mit Geldbußen. „Bevor wir Strafen aussprechen, wollen wir sehen, was Volkswagen sagt“, sagte eine Kommissionssprecherin am Dienstag in Brüssel.

EU-Regeln setzen für die Neuwagenflotten der Hersteller CO2-Obergrenzen fest. Werden diese überschritten, drohen Strafen. Zunächst müsse VW jetzt Daten liefern. „Wenn unsere Bewertung steht, werden wir die Prozedur weiter verfolgen“, sagte die Sprecherin.

Sie bestätigte, dass EU-Klima- und Energiekommissar Miguel Arias Cañete einen Brief an VW-Konzernchef Matthias Müller geschickt hat. In dem Schreiben habe die EU-Behörde um Klarstellung gebeten, „welche Modelle und wie viele Autos bei VW von den Unregelmäßigkeiten betroffen waren, und um wie viel die CO2-Werte für jedes betroffene Modell unterschätzt wurden“.

Cañete habe um eine Antwort innerhalb von zehn Tagen gebeten. Die EU-Kommission sei verpflichtet, jedes Jahr Daten zu dem Schadstoffausstoß der Modelle bei den Herstellern abzufragen. „Das ist Teil der jährlichen Überprüfung von CO2-Emissionen“, so die Sprecherin.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%