Kehrtwende bei GM
Opel zieht sich komplett aus Russland zurück

Nach dem Absatzeinbruch greift Opel durch: Die GM-Tochter will sich aus Russland zurückziehen, das russische Werk in Sankt Petersburg wird stillgelegt. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann geht es um Schadensbegrenzung.
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RüsselsheimOpel-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann zieht nach dem jüngsten Absatzeinbruch auf dem russischen Automarkt die Reißleine. Die beiden Marken Chevrolet und Opel werden sich aus dem Volumensegment zurückziehen, die Automobilproduktion im Werk in Sankt Petersburg wird stillgelegt und die Kooperationen mit russischen Autobauern werden weitgehend beendet, kündigt Neumann in einem Interview mit dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) an.

„Wir sind zu der Einschätzung gekommen, dass die Perspektive für den russischen Markt nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig nicht gut ist“, sagte der Opel-Chef. Wesentlicher Grund für den Schritt seien neben den Absatzeinbußen der Verfall des russischen Rubels sowie der geringe Lokalisierungsgrad der Marke. Mehr als die Hälfte aller Teile müssten importiert werden. Gerade einmal 912 Autos hat Opel im Februar in Russland verkauft. Ein Minus von 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Nach Informationen des europäischen Wirtschaftsverbandes AEB sind die Verkäufe in Russland insgesamt im Februar um knapp 38 Prozent eingebrochen. Marktbeobachter rechnen damit, dass im gesamten Jahr 2015 weniger als 1,5 Millionen Autos in Russland verkauft werden. Im vergangenen Jahr wurden dort nach Berechnungen des Branchenverbandes VDA in Russland 2,4 Millionen Autos verkauft.

Am Ziel, bis 2016 schwarze Zahlen einzufahren, hält Neumann trotz der Misere in Russland fest. Die etwa 70.000 Autos, die Opel in diesem Jahr in Russland verkaufen wollte, sollen nun in anderen Märkten Europas verkauft werden.

Kommentare zu " Kehrtwende bei GM: Opel zieht sich komplett aus Russland zurück"

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  • Volles Verständnis für Opel: Putin führt Russland in Windeseile auf den Status eines Entwicklungslandes zurück! Wirtschaftspolitisch läuft Putin Amok. Trotz 10% Staatsdefizit im Februar und eines immensen Abschmelzen der Währungsreserven, werden die Rüstungsausgaben weiter erhöht!
    Trotz internationaler Isolation Russlands werden die Seperatisten weiter mit Waffen und Soldaten unterstützt. Solch ein Land muss man als Konzernchef verlassen! Russland betreibt einen Amoklauf!
    Hoffentlich wachen die Russen bald auf, und erkennen die Zerstörung die Putin anrichtet!

  • Dies ein richtiger Schritt.
    Mit dem russischen Terrorregime sollen ALLE wirtschaftlichen Beziehung, so weit wie möglich reduziert werden.
    Keine Geschäfte mit Terroristen!

  • Kein Opel für die Russen
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    Sie müssen jetzt weiter "Moskowitisch" oder Toyota fahren. Auch VW baut noch in Russland.

    Warlord Putin bekommt natürlich seinen Daimler von Daimler "geschenkt".
    Er würde sich niemals in seiner Heimatstadt Sankt Petersburg in einen "Moskowitisch" setzen!

    Wird er jetzt vor der Schließung Opel "enteignen" und "verstaatlichen"?
    Es gibt sicherlich einige Oligarchen/Putinfreune, welche Opel übernehmen würden.

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