Kein Börsengang geplant
Schaeffler wandelt sich zur Aktiengesellschaft

Schaeffler will sich in den kommenden Wochen als AG eintragen lassen - damit sind die Tage als reines Familienunternehmen gezählt. Für die extrem verschlossenen Franken beginnt zwangsläufig eine neue Ära der Offenheit.
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FrankfurtDer in Familienbesitz befindliche Autozulieferer Schaeffler wandelt sich in eine Aktiengesellschaft um, will aber nicht an die Börse gehen. Damit setze das Unternehmen seinen Weg zur Kapitalmarktfähigkeit weiter fort, teilte die Obergesellschaft der börsennotierten Continental AG am Montag mit. „Wir haben nun ein noch umfangreicheres Instrumentarium am Kapitalmarkt, mehr unternehmerische Flexibilität und Transparenz“, sagte Aufsichtsratschef Georg Schaeffler. Dem Unternehmen stünden „vielfältige Optionen“ am Kapitalmarkt zur Verfügung. „Als werteorientiertes Familienunternehmen wollen wir uns langfristig alle strategischen Optionen offen halten“, erklärte Familienoberhaupt Maria-Elisabeth Schaeffler.

Die Herzogenauracher, die über Jahrzehnte hinweg als sehr intransparent und extrem verschlossen galten, hatten sich bei der Übernahme des Konkurrenten Continental 2009 verhoben. In der Finanzkrise führte dies fast zum Kollaps. Seither öffnet sich Schaeffler schrittweise dem Kapitalmarkt und die Familie muss von ihrer bislang unumschränkten Machtfülle abgeben.

Neue Ära der Offenheit

Bislang firmierten die Franken formell als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unterwirft sich Schaeffler nun dem deutschen Aktienrecht und damit recht strengen Veröffentlichungspflichten. Für den Automobilzulieferer und Wälzlagerhersteller bedeutet dieser Schritt nun zwangsläufig eine neue Ära der Offenheit. Dass die Schaeffler-Gruppe eine Pressekonferenz macht und Zahlen offen legt, war beispielsweise vor zwei Jahren noch undenkbar.

Unter dem Dach der AG sollen nun alle operativen Gesellschaften der Schaeffler-Gruppe zusammengefasst werden. Geführt wird das operative Geschäft von einem „Executive Board“, das aus den aktienrechtlichen Zentralvorständen und den Bereichsvorständen besteht. Als Vorsitzender ist der bisherige Geschäftsführer Jürgen Geißinger vorgesehen, Klaus Rosenfeld bleibt weiter für die Finanzen zuständig. Auch auf Seiten des Aufsichtsrates gibt es keine Änderungen. „Da ist kein Bruch, die Führungsmannschaft bleibt die gleiche“, betonte ein Sprecher. Die formelle Eintragung der AG in das Handelsregister wird im Oktober erwartet.

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  • Unter http://conti-affairs.com gibts ein paar interessante Inputs zu Vorgängen bei Schaeffler und Continantal AG.

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