Kein Bündnis gegen Porsche
Niedersachsen dementiert Revolte bei Volkswagen

Laut einer Zeitung will sich der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) mit weiteren großen VW-Aktionären verbünden, um gemeinsam gegen Mehrheitseigner Porsche zu Felde zu ziehen. Völliger Unsinn, sagt die Staatskanzlei. Branchenkenner sehen das ähnlich.

HB FRANKFURT. Die Darstellung der Zeitung sei „frei erfunden“, teilte die Staatskanzlei am Montag in Hannover mit. „Derartige Gerüchte um VW kommen so regelmäßig wie das Weihnachtsfest. VW muss aber aus den Schlagzeilen heraus“, sagte ein Sprecher Wulffs.

Die „Financial Times Deutschland“ hatte unter Berufung auf mehrere Investoren berichtet, Wulff habe für die Zeit kurz nach dem Jahreswechsel Gesprächstermine mit deutschen und internationalen Anteilseignern von VW vereinbart. Die Treffen sollten noch vor der VW-Aufsichtsratssitzung im Februar abgeschlossen sein.

Ein Branchenkenner sagte, es mache keinen Sinn, wenn sich Fonds – die einzigen Großaktionäre neben Niedersachsen und Porsche – mit Wulff verbündeten. Porsche sei schließlich der Garant für Wertsteigerungen. Wulff hingegen wolle vor allem Arbeitsplätze in Niedersachsen sichern. Darauf ließe sich kein Finanzmensch ein. Schließlich seien es gerade die Fonds, die die Rendite ohne Rücksicht auf Verluste erhöhen wollten.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte zuletzt seinen Machtanspruch bei VW unterstrichen. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller ist mit einer Beteiligung von 27,4 Prozent größter Aktionär des Wolfsburger Autobauers vor Niedersachsen. Porsche fordert eine Abschaffung des VW-Gesetzes, über das der Europäische Gerichtshof verhandelt. Das Gesetz begrenzt den Stimmrechtsanteil eines Investors auf 20 Prozent – unabhängig davon, wie groß seine Beteiligung an dem Unternehmen ist.

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