"Kein Ende des Tunnels in Sicht": Krise im deutschen Bau geht weiter

"Kein Ende des Tunnels in Sicht"
Krise im deutschen Bau geht weiter

Der krisengeschüttelte deutsche Bau hat 2004 zum zehnten Mal in Folge ein Flautejahr erlebt. Aufträge, Umsatz und die Zahl der Beschäftigten schrumpften nach Angaben des Statistisches Bundesamtes in Wiesbaden weiter.

HB WIESBADEN. „Das war ein schwarzes Jahr für den Bau“, sagte ein Statistiker am Mittwoch. Seit 1995 leide die Branche unter der geringen Nachfrage, den Überkapazitäten vor allem in Ostdeutschland und der Finanzkrise der öffentlichen Hand.

Im vergangenen Jahr brachen die Auftragseingänge am Bau preisbereinigt um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein. Der Hoch- und Tiefbau war dabei etwa gleich stark betroffen (minus 6,3 und minus 7,3 Prozent). Der Gesamtumsatz der Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten lag mit 79,9 Milliarden Euro um 5,2 Prozent unter dem Jahr 2003.

Auch der seit neun Jahren anhaltende Stellenabbau ging weiter. Die Zahl der Beschäftigen sank 2004 mit 767 000 Menschen im Jahresdurchschnitt um 5,8 Prozent unter den Vorjahreswert. Auf dem Höhepunkt des Baubooms und des Aufbaus Ost hatte das Baugewerbe 1995 noch mehr als 1,4 Millionen Arbeitnehmer gezählt - fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.

Bereits 2003 hatte die Branche das bis dahin schlechteste Jahr seit der deutschen Einheit erlebt. Die Auftragseingänge waren preisbereinigt um 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen - so stark wie noch nie seit der Vereinigung.

Nach Einschätzung des Münchner Ifo Instituts bleibt die gebeutelte Bauindustrie weiterhin das größte Sorgenkind der deutschen Wirtschaft. „Da ist noch kein Ende des Tunnels in Sicht“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger der Dpa am Mittwoch in München.

Auch die Statistiker können bisher keine Entwarnung geben. Zum Jahresende 2004 habe sich keine Trendwende abgezeichnet, meldete das Bundesamt. Im Dezember 2004 lagen die Aufträge preisbereinigt wieder um 2 Prozent unter dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz sank um 5,6 Prozent auf rund 7,9 Milliarden Euro.

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