Kein Gebot für K+S
Potash streckt die Waffen

Der kanadische Düngemittelhersteller Potash hat den Übernahmeversuch des deutschen Konkurrenten K+S abgeblasen. Ein Zusammenschluss der Unternehmen sei nicht mehr im Interesse der Aktionäre. Die K+S-Aktie stürzt ab.

Saskatoon/FrankfurtDer kanadische Düngemittelriese Potash wirft im Übernahmepoker um den deutschen Rivalen K+S das Handtuch. Nach heftigem Widerstand des Kasseler Unternehmens und aus der Politik zieht Potash seine informelle milliardenschwere Offerte zurück. „Angesichts der Marktbedingungen und der fehlenden Unterstützung seitens des K+S-Managements sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es nicht länger im Interesse unserer Aktionäre liegt, den Zusammenschluss weiterzuverfolgen“, erklärte Potash-Chef Jochen Tilk.

„Dieser Schritt schafft Klarheit. Wir sind überzeugt davon, dass wir unser Unternehmen mit der konsequenten Umsetzung unserer Zwei-Säulen-Strategie langfristig erfolgreich weiterentwickeln können“, sagte K+S-Chef Norbert Steiner am Montag einer Mitteilung zufolge.

An der Frankfurter Börse brachen die K+S-Aktien am Montag daraufhin um mehr als 20 Prozent auf 24,60 Euro ein und waren der mit Abstand größte Verlierer im Leitindex Dax. Sie notierten damit weit von den 41 Euro je Aktie entfernt, die die Kanadier für den kleineren Rivalen zahlen wollten. Seit Bekanntwerden der Übernahmeavancen im Sommer haben die weltweiten Rohstoff- und Aktienmärkte deutlich nachgegeben.

Potash verwies darauf, dass Vergleichsunternehmen in der Kalibranche Kurseinbrüche um fast 40 Prozent hätten hinnehmen müssen. Der US-Rivale Mosaic kürzte seine Produktionsziele. Analysten zufolge hätte sich Tilk in diesem Umfeld schwer getan, eine höhere Offerte für K+S vor seinen Aktionären zu rechtfertigen.

Ein K+S-Sprecher sagte, das Unternehmen nehme die Mitteilung von Potash zur Kenntnis und werde sich im Laufe des Tages dazu näher äußern. Die Nordhessen hatten die Avancen aus Nordamerika wiederholt strikt zurückgewiesen. „Wir haben unseren Vorschlag mit einiger Enttäuschung zurückgezogen, denn die strategischen Überlegungen hinter der Transaktion waren unserer Meinung nach zwingend“, heißt es dazu in einem Brief von Tilk an Aufsichtsrat und Vorstand von K+S. Nach seiner Einschätzung hat sich der K+S-Vorstand mit keinem seiner Vorschläge näher befasst, die Potash in vier Briefen an das Management von Ende Mai bis Anfang August dargelegt habe.

Zu den Zusagen hätten der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und Grubenschließungen in Deutschland für einen Zeitraum von fünf Jahren gehört. Diese seien stets verbindlich und nicht wie von K+S dargestellt an Bedingungen geknüpft gewesen. „Diese Zusagen hätten den Betroffenen deutlich mehr Schutz geboten als dies derzeit der Fall ist, zumal unser Vorschlag größere finanzielle Stabilität und sicherere Zukunftsperspektiven geschaffen hätte“, schrieb Tilk.

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