Kein Geld für Forschung
Klamme Unternehmen setzen auf neue Kooperationsformen

Für die knapp 360 deutschen Biotechnologiefirmen sind schwierige Zeiten angebrochen. Betrachtet man die reine Anzahl, sind sie zwar europäische Spitze. Allerdings rangieren die deutschen Biotechs bei der Unternehmensgröße, Zahl der Produkte und Marktkapitalisierung nur im internationalen Mittelfeld.

Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) stuft die Situation der Branche sogar "kritisch" ein. Ein Teufelskreis: Denn vielen Unternehmen fehlen die Einnahmen für die wichtigen Forschungsaufgaben. Da derzeit zu wenig Risikokapital in die Branche fließt, stecken die jungen Firmen in der Sackgasse: "Ein echter Durchbruch bei der Entwicklung von marktreifen Wirkstoffen aus Deutschland lässt weiter auf sich warten", stellt der DIB-Vorsitzende Prof. Peter Stadler fest.

Zahl der Fusionen paradox

Angesichts der angespannten Finanzierungs-Lage rechnen Experten mit eine Welle von Fusionen und Übernahmen. Doch die blieb bisher aus. "Mit Blick auf die nötige Konsolidierung der deutschen Branche, die zu einer stärkeren kritischen Masse führen müsste, scheint die abnehmende Anzahl an Fusionen paradox", resümieren auch die Wirtschaftsbeobachter von Ernst & Young in ihrem Biotechnologie-Report 2003. Nur eine Fusion und weniger als zehn Übernahmen kamen mit deutscher Firmenbeteiligung in 2002 zustande.

Die Pharmakonzerne als die wichtigsten Kooperationspartner und Finanzierer erwarten von den Biotechnologiefirmen umfassende Leistungen: meist gleich das komplette Angebot von der molekularen Zielidentifizierung bis zur klinischen Wirkstofferprobung. "Für einen solchen Abschluss sind die Pharmakonzerne bereit, einige 100 Millionen Euro zu zahlen", sagt Stadler: "Allerdings ist fraglich, ob ob die deutschen Biotech-Firmen derartige Produkt-Deals überhaupt schultern können", so der DIB- Vorsitzende. Schließlich seien mindestens 200 bis 300 Mitarbeiter nötig, um eine produktorientierte Pharmakooperation bewältigen zu können.

Einen neuen Weg sehen einige kleinere Biotechnologiefirmen nun offenbar im Zusammenschluss zu einer größeren Unternehmensstruktur.

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