Kein Job-Garantie für deutsche Standorte
Conti-Chef Wennemer weiter auf Einkaufstour

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental ist weiter auf Einkaufstour. Vorstandschef Manfred Wennemer will die Internationalisierung des Autozulieferers in den nächsten Jahren kräftig vorantreiben.

HB HANNOVER. „Wir wollen zu den besten Autozulieferern in der Welt gehören“, sagte Wennemer in Hannover. „Dazu zählt, dass wir überall präsent sein müssen - auch dort, wo wir jetzt noch nicht so gut aufgestellt sind.“ Der Aufbau von Kapazitäten an Niedrigkosten-Standorten werde weiter gehen. Conti wolle jedes Jahr aus eigener Kraft um fünf Prozent wachsen. Zudem sei Continental auf der Suche nach weiteren Zukäufen. Die Kasse für solche Investitionen sei gut gefüllt. „Wir hätten sicher die Möglichkeit, auch größere Akquisitionen zu schaffen“, sagte Wennemer. Man habe zwischen zwei und vier Milliarden Euro für Übernahmen zur Verfügung, ohne dadurch die eigene Bonitätsbewertung in Gefahr zu bringen. Demnach sind das Elektronikgeschäft sowie die Kautschuk- und Kunststoffproduktion in den USA und Asien „Suchgebiete für Übernahmen“. Es gebe bereits Gespräche und im ersten Halbjahr 2006 könne sich etwas tun, sagte er der „FTD“.

Der Vorstandsvorsitzende der Continental AG verteidigte die geplante Schließung der Pkw-Reifenfertigung mit 320 Beschäftigten am Stammsitz Hannover. Conti sei aber bei den auf Anfang 2006 vertagten Verhandlungen mit Gewerkschaft und Betriebsrat an einer Einigung interessiert. Einzelheiten wollte er nicht nennen.

Für Conti-Arbeitsplätze in Deutschland wollte er erneut keine Garantie abgeben. Dafür gebe es „eine Chance, wenn wir länger arbeiten, aber es gibt keine Garantie“, sagte Wennemer der „Süddeutschen Zeitung“. Continental habe deswegen auch in keiner Betriebsvereinbarung Arbeitsplatzgarantien festgeschrieben. Durch längere oder flexible Arbeitszeiten könne man sich „nur Verschnaufpausen erarbeiten“.

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, warf Wennemer erneut eine „hemmungslose Renditejagd“ vor. Die Gewerkschaft werde einer Schließung der Pkw- Reifenproduktion in Hannover-Stöcken nicht tatenlos zusehen, sagte Schmoldt der „Berliner Zeitung“.

Wennemer sagte zu Vorwürfen auch seitens der Politik, er missachte seine gesellschaftspolitische Verantwortung: „Wir haben die Verantwortung für mehr als 80 000 Menschen weltweit - und nicht nur heute, sondern auch morgen.“ Die Kritik an seinem Kurs sei „ausschließlich gewerkschaftspolitisch und ideologisch getrieben“.

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