Kein Kommentar von Böhler
Böhler liebäugelt mit Thyssen-Tochter EWK

Der österreichische Stahlkonzern Böhler-Uddeholm ist nach Angaben von Thyssen-Krupp am Erwerb ihrer Stahltochter Edelstahlwerke Witten Krefeld (EWK) interessiert.

Reuters DÜSSELDORF. „Es sind Kontakte gesucht worden“, sagte ein Sprecher der Thyssen-Krupp-Stahlsparte am Donnerstag in Duisburg. Konkrete Verhandlungen gebe es aber noch nicht. Der Werkzeugstahlhersteller EWK stehe auf der Liste der zum Verkauf stehenden Unternehmensteile. Böhler wollte sich zunächst nicht dazu äußern. Das österreichische Unternehmen hatte sich allerdings im Jahr 2000 bereits um EWK bemüht. Die Verhandlungen mit Thyssen-Krupp waren damals am Preis gescheitert.

Der Düsseldorfer Mischkonzern hatte im Mai erklärt, er wolle sich von Beteiligungen mit einem Umsatzvolumen von insgesamt rund sieben Mrd. € trennen. Um welche Unternehmen es sich handelt, wurde aber nicht bekannt gegeben.

EWK hatte im Geschäftsjahr 2001/02 (zum 30. September) mit rund 2300 Mitarbeitern einen Umsatz von 462 Mill. € erzielt. Das Unternehmen befindet sich nach Angaben des Thyssen-Krupp-Sprechers in einer Restrukturierungsphase, die aber noch in diesem Jahr abgeschlossen sein dürfte. Als Hersteller von Werkzeugstählen passe EWK nicht mehr zu Thyssen-Krupp.

Deutschlands größter Stahlhersteller konzentriert sich seit Jahren auf Flachprodukte wie beispielsweise Bleche für die Autoindustrie. Böhler habe im Werkzeugstahl-Geschäft hingegen eine dominante Position, sagte der Sprecher.

Die Investmentbank UBS schrieb in einer Aktienstudie zu Böhler am Donnerstag, die Österreicher dürften sich erneut um EWK bemühen. Die Aktien des Stahlunternehmens stuften sie indes auf „neutral“ von zuvor „kaufen“ zurück.

Thyssen-Krupp-Aktien wurden an der Börse am frühen Nachmittag bei rund 11,50 € fast vier Prozent höher gehandelt. Böhler notierten in Wien dagegen bei 49,77 € kaum verändert.

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