"Kein neues Angebot"
MAN dementiert höheres Gebot für MTU

MAN hat seine Offerte für den Dieselmotoren-Hersteller MTU Friedrichshafen bislang nicht weiter aufgestockt: Eine entsprechende Zeitungsmeldung wurde vom Münchener Nutzfahrzeug-und Maschinenbau-Konzern am Donnerstagabend dementiert.

HB MÜNCHEN. „Es gibt kein neues Angebot“, sagte ein MAN-Sprecher und wies damit einen Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ zurück. Das Blatt hatte berichtet, MAN biete nun 1,3 Milliarden statt 1,1 Milliarden Euro für die Daimler-Chrysler-Tochter vom Bodensee. Die Münchener seien zuversichtlich, den Zuschlag zu erhalten.

MAN war vor kurzem überraschend wieder in den Bieterkreis aufgenommen worden, nachdem Daimler-Chrysler dem Konzern Mitte Oktober bereits eine Absage erteilt hatte. Der MAN-Sprecher erklärte, die eingehende Unternehmensprüfung (Due Diligence), nach der verbindliche Angebote abgegeben werden müssten, sei noch nicht abgeschlossen. Daimler-Chrysler wollte sich nicht zu dem Zeitungsbericht äußern.

Als Favorit für die Übernahme gilt Branchenkreisen zufolge aber die Bietergruppe aus dem Finanzinvestor KKR und Dubai Capital aus dem Emirat am Golf, die rund 1,7 Milliarden Euro geboten haben soll. Der MTU-Eigentümer hat die nächste Runde des Bieterverfahrens für den 21. November angesetzt. Zum Verkauf stehen neben MTU auch Teile des US-Motorenbauers Detroit Diesel. Außer KKR und MAN ist nur noch der schwedische Finanzinvestor EQT im Rennen, der der Industriellenfamilie Wallenberg gehört.

Laut „Stuttgarter Zeitung“ hat MAN der Geschäftsführung und dem Betriebsrat in Friedrichshafen ein überarbeitetes Konzept für MTU vorgestellt und Befürchtungen über einen massiven Stellenabbau zu zerstreuen versucht. Nur etwa hundert Stellen in der Verwaltung sollten abgebaut werden. Der Friedrichshafener Hersteller von großen Dieselmotoren für Baumaschinen, Schiffe, Lokomotiven und Panzer solle als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden.

Daimler will sich von MTU trennen, um sich weiter auf das Geschäft mit Autos und Nutzfahrzeugen zu konzentrieren. Der erhoffte Milliardenerlös könnte dem Konzern helfen, die Kosten für den Abbau von 8500 Mitarbeitern bei Mercedes in Deutschland zu kompensieren. MAN könnte dabei auch zu Gute kommen, dass die Bundesregierung nach dem Außenwirtschaftsgesetz einen Verkauf von Rüstungsunternehmen ins Ausland blockieren kann.

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