Kein Partner gefunden
Holsten bleibt zunächst einsam

Bei der Holsten-Brauerei bleibt zunächst alles beim Alten. Aufsichtsrat und Vorstand hätten die seit Mitte Juli laufende Überprüfung von strategischen Alternativen beendet, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die monatelange Partnersuche ist damit vorerst gescheitert. Der Aktienkurs von Deutschlands zweitgrößter Brauerei brach um bis zu 17 % ein.

HB FRANKFURT. Es habe sich kein konkreter Ansatz ergeben, der für Unternehmen, Mitarbeiter und Aktionäre von Vorteil gewesen wäre, hieß es. In der Aktionärsstruktur von Holsten gebe es keine Veränderung. Ein Firmen-Sprecher wollte darüber hinaus keinen Kommentar abgeben.

Holsten ist seit Monaten auf der Suche nach einem Käufer, seitdem bekannt geworden war, dass Großaktionär Christian Eisenbeiss in erheblichem Umfang Anteile abgeben will. Eisenbeiss hält gut 48 % an Holsten. Mitte November hatte es von Holsten noch geheißen, das Unternehmen befinde sich weiter auf der Suche nach einem Partner. Die Gespräche dauerten an. Aus Branchenkreisen hatte es geheißen, Holsten verhandele mit der dänischen Brauereigruppe Carlsberg, der Bitburger Brauerei und Radeberger.

Der wegen zahlreicher Brauereien als zersplittert geltende Biermarkt war in Bewegung gekommen, als der belgische Brauereiriese Interbrew durch Übernahmen Holsten vom ersten Rang verdrängte. Erst am Mittwoch hatte die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger-Gruppe den Einstieg bei der Stuttgarter Hofbräu angekündigt.

In den ersten neun Monaten brachen Umsatz und Absatz von Holsten trotz des heißen Sommers und der damit sonst üblicherweise verbundenen höheren Getränkenachfrage um jeweils elf Prozent ein. Die Holsten-Aktie fiel am frühen Donnerstagnachmittag um fast 15 % auf 29 €, nachdem sie noch vor der Mitteilung des Unternehmens leicht im Plus gelegen hatte.

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