Kein Putsch gegen Aufsichtsratschef
Piëch siegt im Machtpoker bei VW

Ferdinand Piëch bleibt nach dem Aufstieg von Porsche zum größten VW-Aktionär vorerst Aufsichtsratsvorsitzender des VW-Konzerns. Spekulationen über einen geplanten Putsch erteilte die Arbeitnehmerbank in dem Kontrollgremium eine klare Absage: „Wir stehen dafür nicht zur Verfügung“, betonte der IG-Metall-Vorsitzende und VW-Aufsichtsrat Jürgen Peters.

hof/hz/ink FRANKFURT/M. Auch Piëch selbst denkt nicht an Rücktritt: „In meiner Karriere haben schon einige versucht, mich rauszudrängen, es ist noch keinem gelungen“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats soll heute über die Konsequenzen aus dem Porsche-Einstieg beraten werden.

Der Stuttgarter Sportwagenhersteller hatte am Freitag mitgeteilt, nun im Besitz von 18,53 Prozent der stimmberechtigten VW-Aktien zu sein. Porsche hat damit das Land Niedersachsen mit 18,2 Prozent der Stimmrechte als größter VW-Anteilseigner abgelöst. Zudem verfüge das Unternehmen über die Option, weitere 3,4 Prozent zu erwerben, hieß es. Das Kartellamt hat die Beteiligung bereits genehmigt. Nun wächst der Druck, im Aufsichtsrat Platz für den neuen Großaktionär zu schaffen. „Wir wollen mindestens zwei Sitze“, sagte ein Porsche-Sprecher – zusätzlich zu Piëch.

Die Widersacher Piëchs werfen dem ehemaligen VW-Chef durch den Einstieg von Porsche Interessenskollision vor, da er mit den beiden Familienstämmen Piëch/Porsche den Stuttgarter Sportwagenhersteller zu 100 Prozent kontrolliert. Schon in der Vergangenheit war er dafür kritisiert worden, dass er gleichzeitig Miteigentümer des Kooperationspartners Porsche und Aufsichtsratschef von VW ist. Zudem ist Piëch Anteilseigner von Europas größtem VW-Händler, der Porsche Holding. Der 68-Jährige hatte sich stets mit dem Hinweis aus der Affäre gezogen, sich bei der Gefahr einer Interessenskollision der Stimme zu enthalten. „Wer ihn kennt, weiß, dass er auch die jetzige Situation penibel juristisch geprüft hat“, sagt ein Manager aus seinem Umfeld. Seine Kritiker berufen sich allerdings nicht auf Gesetze, sondern auf die Selbstverpflichtung des Corporate Governance Kodex’, der Richtlinie zur transparenten Unternehmensführung. Formuliert wurde sie von einer Kommission unter Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, der ebenfalls im VW-Aufsichtsrat sitzt.

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