Kein Schuldenumtausch
Gläubiger lassen GM auflaufen

Der Opel-Mutter General Motors droht im Kampf gegen eine Insolvenz ein schwerer Rückschlag. Gläubiger des strauchelnden US-Autobauers wollen den vorgeschlagenen Umtausch ihrer Schulden in Unternehmensteile ablehnen. Mit der kanadischen Autogewerkschaft erzielte GM unterdessen eine vorläufige Einigung.

HB NEW YORK/DETROIT. Die Kreditgeber wollten sich nicht mit dem von GM gebotenen Anteil von zehn Prozent zufrieden gegeben, sagte ein Sprecher am Freitag. Die US-Regierung forderte die Gläubiger erneut zu Zugeständnissen auf. Jeder müsse etwas beitragen, so auch die Kreditgeber, sagte Austan Golsbee, Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama. Golsbee erklärte zudem, dass die GM gesetzte Frist bis zum 1. Juni ausgereizt werde. Aus Kreisen verlautete unterdessen, die Insolvenz sei noch keine ausgemachte Sache.

„Die Inhaber von Anleihen werden als schlechte Spekulanten angesehen“, sagte Nevin Reilly, Sprecher der Gläubiger. „Aber sie sind Investoren.“ Viele von ihnen hätten ihre Altervorsorge in GM investiert. Die größten Gläubiger halten rund 27 Mrd. Dollar an ungedeckten Schulden und verlangten dafür zuletzt einen Anteil von 58 Prozent an GM.

Mit der kanadischen Autogewerkschaft erzielte GM unterdessen eine vorläufige Einigung, die die laufenden Kosten des Konzerns in seinen Werken in Nordamerika weiter senken könnte. Erst am Vortag hatte sich GM nach fieberhaften Verhandlungen vorläufig mit der US-Autogewerkschaft UAW auf einen Beitrag zur Rettung des einstigen Weltmarktführers geeinigt.

GM muss seinen Schuldenberg so weit reduzieren, dass der Konzern als überlebensfähig gilt und in den Genuss weiterer Staatshilfen kommen kann. Die US-Regierung hat GM für ein tragfähiges Konzept eine Frist bis zum 1. Juni gesetzt. Sollte der Konzern seine Überlebensfähigkeit nicht unter Beweis stellen, droht die Insolvenz.

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