Kein Verkauf in den USA
Porsche hält den Cayenne-Diesel erstmal zurück

Die US-Umweltschutzbehörde wirft dem VW-Konzern vor, auch bei Drei-Liter-Dieselmotoren verschiedener Modelle von Audi, Porsche und VW bei Abgaswerten getrickst zu haben. Porsche stoppt deshalb den Verkauf des Cayenne-Diesel.

Porsche setzt als Konsequenz aus Vorwürfen der US-Umweltbehörde EPA den Verkauf von Dieselmodellen des Geländewagens Cayenne in Nordamerika aus. Diese Maßnahme geschehe freiwillig und betreffe die Wagen der Modelljahre 2014 bis 2016, erklärte Porsche Nordamerika am Dienstag. Die EPA hatte der Porsche-Mutter VW am Montag vorgeworfen, auch bei 3-Liter-Motoren der Modelljahre 2014 bis 2016 getrickst zu haben.

Betroffen seien unter anderem der Porsche Cayenne und Luxuslimousinen der Tochter Audi wie der A8. Volkswagen hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und der Umweltbehörde volle Kooperationsbereitschaft zugesichert. Volkswagen hatte im September zugegeben, weltweit elf Millionen Diesel-Fahrzeuge mit einer Software ausgestattet zu haben, mit der Abgaswerte bei Tests manipuliert werden können. Betroffen seien 1,2-, 1,6- und 2-Liter-Motoren, hieß es damals.

Zudem warnt Porsche vor möglichen Risiken für seine Bilanz infolge der jüngsten Entwicklung bei Volkswagen zu falschen CO2-Werten bei rund 800.000 Fahrzeugen. Wegen der Kapitalbeteiligung der Porsche Automobil Holding SE an der Volkswagen AG in Höhe von 32,4 Prozent könne in Folge der VW-Mitteilung vom Dienstag ein ergebnisbelastender Effekt im Konzernergebnis der Porsche SE eintreten, teilten die Stuttgarter am Abend mit.

Doch auch unter Berücksichtigung dieser wirtschaftlichen Risiken gehe die Porsche SE nach derzeitiger Kenntnis insgesamt für ihr Geschäftsjahr 2015 unverändert von einem Konzernergebnis nach Steuern zwischen 0,8 und 1,8 Milliarden Euro aus. Die Prognose stehe aber vor allem unter dem Vorbehalt weiterer Erkenntnisse im Zusammenhang "mit der Dieselthematik" und unterstelle, dass das Finanzergebnis des Volkswagen-Konzerns im Rahmen der bisherigen Erwartungen bleibe.

Volkswagen hatte zuvor erklärt, bei internen Untersuchungen sei festgestellt worden, dass bei der Typ-Zulassung einiger Fahrzeugmodelle zu niedrige CO2-Werte und damit auch falsche Verbrauchsangaben festgelegt worden seien. Davon könnten nach derzeitiger Kenntnis rund 800.000 Fahrzeuge betroffen sein. Die wirtschaftlichen Risiken bezifferte der Konzern mit rund zwei Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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