Kein Wachstum in Nordamerika
Adidas dämpft Erwartungen an US-Geschäft

Adidas-Salomon spürt immer mehr die Wachstumsschwäche auf dem weltweit wichtigsten Sportartikelmarkt Nordamerika.

Reuters MÜNCHEN. Vorstandschef Herbert Hainer sagte am Montag in München, bei zehn bis 15 % Einbußen beim Auftragsbestand in der Region rechne er im laufenden Jahr dort nicht mehr mit einer Umsatzsteigerung. Weltweit halte er aber daran fest, in diesem Jahr fünf Prozent mehr Umsatz und zehn bis 15 % mehr Nettogewinn zu machen. In den ersten sechs Monaten legte der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller konzernweit bei Umsatz und Gewinn zu.

Zum umkämpften Nordamerika-Markt sagte Hainer, nach einem währungsbereinigten Umsatzwachstum im ersten Quartal lägen die Erlöse zum Halbjahr nur noch auf Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand sei gleichzeitig um zehn bis 15 % abgeschmolzen. „Dabei gehen wir zum heutigen Tage nicht mehr von einem währungsbereinigen Umsatzwachstum in Nordamerika im Jahr 2003 aus. In Nordamerika hat die ganze Branche ein schwieriges Jahr vor sich“, sagte Hainer. Ob sich zum Jahresende dort eine Belebung abzeichne, hänge unter anderem vom Geschäft zum Beginn des US-Schuljahres im September ab, fügte er hinzu.

Konzernweit habe das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach in den ersten sechs Monaten Umsatz und Ertrag gesteigert. Hainer sagte, er könne deshalb die Prognose für 2003 bestätigen. „Wir werden unseren Konzernumsatz währungsneutral um fünf Prozent steigern, unsere Margen halten und eine Ergebnisverbesserung von zehn bis 15 % erreichen“, sagte er.

Analysten zeigten sich vom Nordamerika-Geschäft enttäuscht. „Das ist schon eine kleine Enttäuschung, dass Adidas in den USA nicht mehr wächst. Schließlich war das Unternehmen mit dem Ziel eines deutlichen Wachstums auf dem zweitwichtigsten Markt nach Europa ins Jahr gegangen. Aber das ist kein spezifisches Problem von Adidas, der Marktführer Nike hat dasselbe erlebt. Die Auftragseingänge sind wegen der Konsumzurückhaltung einfach rückläufig“, sagte Analyst Paul Suciu-Sibianu von der WGZ-Bank.

„Viel hat sich nicht verändert, aber die Situation in den USA ist sehr schlecht“, merkte auch Gavin Finlayson von der Commerzbank an. Der Markt sei derzeit sehr schwierig und das belaste nicht nur Adidas sondern auch Nike.

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