Keine Angaben über Höhe
Humana zu Entschädigungszahlungen bereit

Wegen einer fehlerhaften Sojamilch waren im vergangenen Herbst in Israel zwei Babys gestorben und weitere Kleinkinder schwer erkrankt. Nun habe sich der Babynahrungshersteller zu Entschädigungsleistungen bereit erklärt, sagte ein Unternehmens-Sprecher.

HB HERFORD. Der deutsche Hersteller für Babynahrung will rund zehn Monate nach dem Tod zweier Säuglinge in Israel Entschädigungen leisten. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte am Montag in Herford Medienberichte vom Wochenende. Über die Höhe der Zahlungen machte Humana keine Angaben. Das Geld geht dem Unternehmen zufolge an jene Kinder, die wegen des fehlenden Vitamins B 1 in der Nahrung erkrankt waren. Mehrere Kinder hatten gesundheitliche Schäden erlitten.

Das Zweite Israelische Fernsehen hatte am Samstag berichtet, Humana und sein israelisches Partnerunternehmen Remedia hätten sich mit den betroffenen Eltern auf Zahlungen bis zu 100 Mill. Schekel (18,5 Mill. €) geeinigt. „Wir wissen nicht, woher diese Zahl stammt“, sagte ein Humana-Sprecher. Es sei Stillschweigen über die Höhe der Zahlungen vereinbart worden, betonte er. „Aus juristischen Gründen möchten wir daher nichts weiter dazu sagen.“ Das gelte auch für die Zahl der Familien, die die Zahlungen erhalten sollen. Am Wochenende war von 17 Familien die Rede gewesen.

Der Nahrungsmittelhersteller stehe zu seiner Verantwortung „im Zusammenhang mit den tragischen Vorkommnissen in Israel“, heißt es in einer Pressemitteilung. Humana werde in diesem Sinn auch in Zukunft handeln. „Das Management und die Mitarbeiter von Humana empfinden tiefes und aufrichtiges Mitgefühl mit den betroffenen Familien.“

Kurz nach Bekanntwerden der Fälle hatte die Firma eingeräumt, dass die Exportware für Israel wegen einer Pannenserie deutlich zu wenig Vitamin B 1 enthielt. Vier Mitarbeiter, die für Versäumnisse bei den Kontrollen verantwortlich gewesen sein sollen, wurden entlassen.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen die früheren Humana-Mitarbeiter. Inzwischen seien alle aus Israel stammenden Gutachten übersetzt und lägen den Anwälten der Verteidigung vor, sagte der Bielefelder Oberstaatsanwalt Harald Krahmüller. Sobald sich die Anwälte geäußert hätten, sollten Sachverständige zur Erläuterung der israelischen Untersuchungsergebnisse bestellt werden.

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