Keine Annäherung in Verhandlungen
Autobranche muss ab Mittwoch mit Warnstreiks rechnen

Die Autohersteller und -Zulieferer in Deutschland müssen ab Mittwoch in mehreren Bundesländern mit Warnstreiks von mehreren tausend Beschäftigten rechnen, die ihrer Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn Nachdruck verleihen wollen.

HB HANNOVER/STUTTGART. Neben Baden-Württemberg und Bayern kündigte am Montag auch die IG Metall in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen an, nach Ablauf der Friedenspflicht in der Nacht zum Mittwoch mit Protesten zu beginnen. Von den stundenweisen Arbeitsniederlegungen werden nach Gewerkschaftsangaben zunächst Daimler-Chrysler, MAN, Bosch und Continental betroffen sein, in der kommenden Wochen soll auch bei Audi und Porsche die Arbeit vorübergehend ruhen.

In Ludwigsburg bei Stuttgart unternahmen die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall am Montagnachmittag einen letzten Versuch, die Streiks im Südwesten abzuwenden. Die Chancen auf eine Einigung vor Ende der Friedenspflicht beurteilten beide Seiten jedoch als gering. „Wir liegen noch weit auseinander“, sagte der Chef des Arbeitgeberverbandes Südwestmetal Otmar Zwiebelhofer vor Beginn der dritten Gesprächsrunde. In Baden-Württemberg sind mehr als 800.000 Menschen in der Branche beschäftigt, bundesweit sind es rund 3,4 Millionen.

Auch bei den Verhandlungen im Bezirk Küste zeichnete sich nach Gewerkschaftsangaben keine Annäherung ab.

Die Gewerkschaft verlangt von den Arbeitgebern ein verhandlungsfähiges Angebot, was die regionalen Arbeitgeberverbände bisher verweigern. Die Arbeitgeber wollen mit der Gewerkschaft vorrangig ein Gesamtpaket verhandeln, um die weitere Verlagerung von Arbeitsplätzen zu verhindern und neue Jobs in der Branche zu schaffen.

In der niedersächsischen Metallindustrie sollen ab Mittwoch Proteste und Arbeitsniederlegungen in rund zwei Dutzend Betrieben stattfinden. Niedersachsens IG Metall-Chef Hartmut Meine machte den Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall für die Verschärfung des Tarifkonflikts verantwortlich: „Wer wie die Metallarbeitgeber die Verhandlungen verschleppt, darf sich nicht wundern, wenn Metallerinnen und Metaller auf diese Provokation mit massiven Warnstreiks reagieren.“

Nach einer ergebnislosen dritten Verhandlungsrunde am vergangenen Freitag sollen die Tarifgespräche für die rund 70 000 Beschäftigten in Niedersachsen am 10. April in die vierte Runde gehen. Wie in den anderen Tarifbezirken stößt neben der Lohnforderung auch das Verlangen der IG Metall nach einem Tarifvertrag für Innovation und Qualifikation auf Ablehnung der Arbeitgeber.

In Nordrhein-Westfalen wollen sich zum Auftakt der Warnstreiks unter anderem mehrere tausend DaimlerChrysler-Beschäftigte in der Nachtschicht am Mittwoch in den Ausstand begeben. Im Tagesverlauf fänden in weiteren Unternehmen Warnstreiks statt, teilte die IG Metall mit. Bis zu 4 000 Beschäftigte wollen vor der Zentrale der Metall-Arbeitgeber in Düsseldorf demonstrieren.

Die Warnstreikwelle soll in Nordrhein-Westfalen zunächst bis 6. April dauern, dann ist die nächste Gesprächsrunde angesetzt. Arbeitgeber-Verhandlungsführer Michael Jäger hatte angekündigt, dass die Arbeitgeber dann nach Absprache mit dem bundesweiten Arbeitgeberverband Gesamtmetall ein Angebot präsentieren wollen. Dies werde eine geringe Tariferhöhung und Einmalzahlungen enthalten.

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