Keine Auflagen
EU-Kommission genehmigt Conti-Übernahme

Die fränkische Schaeffler-Gruppe darf den Autozulieferer Continental für mehr als zehn Milliarden Euro übernehmen. Das hat die EU-Kommission in Brüssel nach einer vierwöchigen Wettbewerbsuntersuchung entschieden.

HB BRÜSSEL. Die EU hat die Übernahme des Autozulieferers Continental durch den fränkischen Rivalen Schaeffler ohne Auflagen genehmigt. Die Conti-Anteilseigner, die den Franken ihre Aktien angedient haben, können nun darauf hoffen, Anfang Januar ihr Geld zu bekommen.

Anleger zeigten sich erleichtert von der Mitteilung der EU-Kommission, die am Freitag nach Schluss des elektronischen Xetra-Börsenhandels veröffentlicht wurde. Im Frankfurter Parketthandel drehten die Conti-Aktien daraufhin ebenso ins Plus wie die bereits angedienten Papiere des Konzerns, die gesondert notiert werden. Mit Kursen um 43 Euro beziehungsweise 68 Euro lagen die Titel aber immer noch deutlich unter dem Angebotspreis von 75 Euro.

Schaeffler hatte sich mit der Anmeldung der Übernahme viel Zeit gelassen, was zu Spekulationen geführt hatte, die Franken wollten den Deal doch noch platzen lassen. Schaeffler kommt nach Abschluss der Offerte auf 90 Prozent der Conti-Aktien - deutlich mehr als ursprünglich erwartet. Das Unternehmen muss dafür rund zehn Mrd. Euro investieren. Die Rückzahlung der aufgenommenen Kredite stellt Schaeffler vor Schwierigkeiten. Über die Annahmen zum Ausmaß der Krise und mögliche Wege zu deren Lösung hat sich das Familienunternehmen mittlerweile mit der Conti-Führung überworfen.

Schaeffer will Kreisen zufolge sein Autozuliefergeschäft bei Conti einbringen und dem Konzern dabei mehrere Mrd. Euro Schulden mitgeben will, was bei Conti auf Ablehnung stößt. Schaeffler ist hingegen strikt gegen einen Plan, den Conti Kreisen zufolge ausgearbeitet hat. Er sieht vor, den Schaeffler-Anteil an einer gemeinsamen Autoteile-Firma per Kapitalerhöhung auf 40 Prozent zu verwässern und Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger nicht die Führung über die Gruppe zu überlassen.

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