Keine Bewegung im Streit um Konzentration auf das Robotergeschäft
IWKA-Vorstand trotzt Wyser-Pratte

Der IWKA-Vorstand hält unvermindert an allen Sparten des Karlsruher Maschinenbauers fest. Dabei hatte US-Investor Guy Wyser-Pratte mit dem Rücktritt von sechs Aufsichtsräten noch einen Etappensieg errungen.

HB KARLSRUHE. Die Unternehmensleitung setze auf mehrere Standbeine, um die Abhängigkeit von der Autoindustrie zu reduzieren, sagte IWKA-Sprecher Gerd Butter am Montag. Das sei konjunkturausgleichend.

Wyser-Pratte, mit 6,6 Prozent zweitgrößter IWKA-Aktionär, strebt dagegen die Spezialisierung auf die Robotersparte und die Trennung von der Verpackungstechnik an. „Wir werden nicht nur für die Aktionäre Werte schaffen, sondern bei den Robotern auch Beschäftigung aufbauen“, kündigte der US-Amerikaner an.

Vorläufiger Höhepunkt im Machtkampf war am Freitagabend die überraschende Ankündigung der sechs Aufsichtsräte der Kapitalseite, geschlossen zurückzutreten. An der Spitze des Sextetts steht der ehemalige Mercedes-Chef Jürgen Hubbert. Bis Ende Oktober soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung ein neues Kontrollgremium für den im M-Dax gelisteten Maschinenbauer eingesetzt werden. Als Wunschkandidaten für den neuen Aufsichtsrat nannte Wyser- Pratte den ehemaligen Bosch-Manager Reiner Beutel und Ex-Pfizer- Manager Anton Dulski. Auch einen eigenen Sitz im Gremium wollte Wyser-Pratte nicht ausschließen.

Bis zur Hauptversammlung soll auch ein Nachfolger für den Vorstandsvorsitzenden Hans Fahr gefunden werden. Dieser hatte Anfang Juni unter dem Druck Wyser-Prattes und anderer amerikanischer und britischer Investoren seinen Rücktritt erklärt. Wyser-Pratte ließ gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ durchblicken, er habe bereits einen Kandidaten im Auge.

Wyser-Pratte wirft dem bisherigen IWKA-Management vor, Ertragspotenzial in der Roboter-Sparte KUKA vernachlässigt zu haben. Auf der Hauptversammlung Anfang Juni hatten die Investoren um Wyser-Pratte Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigert.

Ende der vergangenen Woche hatte IWKA die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Wegen der rückläufigen Investitionen der Autobranche werde das Ergebnis der Geschäftsbereiche Automobiltechnik und Robotertechnik unter dem Niveau des Vorjahres bleiben, hieß es. Im vergangenen Jahr hatte IWKA einen Überschuss von 49 Millionen Euro ausgewiesen.

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