Keine Billigst-Autos geplant
Deutsche fahren in Indien mit

Die Bühne der Autos für unter 2 000 Euro gehört vorerst dem indischen Hersteller Tata. Fahrzeuge, die man am Wegesrand mit dem Hammer reparieren kann, passten nicht zu Marken wie BMW oder Mercedes, sagte ein Experte. So hoffen deutsche Autobauer auf zahlungskräftige Kundschaft in den Schwellenländern.

STUTTGART/ DÜSSELDORF. Die deutschen Autobauer haben derzeit keine Pläne, in das Segment der sogenannten Ultra-Low-Cost-Cars (ULCC) einzusteigen. Stattdessen spekuliert etwa Volkswagen auf die wachsende Mittelschicht in den Schwellenländern, die Autos für mindestens den dreifachen Preis erwerben soll. „Die deutschen Autobauer müssen an solche Märkte anders herangehen“, sagt der Autoexperte Engelbert Wimmer von PA Consulting. „Sie sollten gar nicht in der untersten Marktkategorie vertreten sein. Aber wenn das Segment der Mittelklasse nachzieht, dann müssen sie dabei sein.“

Autos, die man am Wegesrand mit dem Hammer reparieren kann, passten nicht zu Marken wie BMW oder Mercedes. Die Spreizung sei einfach zu groß. Ein Negativbeispiel ist Renault. Der französische Autobauer bietet den Logan, das Billigauto seiner rumänischen Tochter Dacia, etwa in Russland unter der eigenen Marke an. Während der Logan läuft, fällt es Renault schwer, seine hochwertigen Modelle zu verkaufen.

Beobachter schätzen die Gewinnaussichten der ULCC als gering ein. „Bei einem Modell wie dem Tata bleiben bestenfalls 100 Euro beim Hersteller hängen, das lohnt sich für deutsche Autobauer nicht“, sagt Wimmer.

Mit klassischen Modellen haben die heimischen Hersteller zunehmend Erfolg. Die PKW-Exporte deutscher Marken nach Indien hätten sich im Jahr 2007 verdoppelt, teilt der Branchenverband VDA mit. Gerade für Diesel-Fahrzeuge sieht der VDA noch großes Potenzial.

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