Keine Dividende geplant
Heidelberger Druck schöpft Hoffnung

Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck rechnet nach Verlusten im Vorjahr wegen der anziehenden Branchenkonjunktur im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 wieder mit mehr Umsatz und der Rückkehr in die Gewinnzone. Auf eine Dividende müssen die Aktionäre allerdings verzichten.

HB HEIDELBERG. Das Unternehmen peile einen Jahresüberschuss im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich an, teilte Heidelberger Druck am Dienstag zur Bilanzpressekonferenz in Heidelberg mit. Der Konzernumsatz soll auf vergleichbarer Basis um mindestens fünf Prozent steigen. Das entspräche nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters rund 3,2 Mrd. €. „Nach drei schwachen Jahren steht die Print-Medien-Industrie vor einer spürbaren Belebung“, erklärte Vorstandschef Bernhard Schreier. Hoffnungsfroh stimme die Bilanz der Düsseldorfer Branchenmesse „drupa“ im Mai, auf der Aufträge im Wert von einer Milliarde Euro gezeichnet wurden. Heidelberger Druck hatte zunächst von rund 800 Mill. € gesprochen.

Der Umbau des Konzerns steht kurz vor dem Abschluss. Der Vertrag über den Verkauf der Rollenoffsetdruck-Sparte an das US-Unternehmen Goss International sei unterschriftsreif und solle nach der Zustimmung der Kartellbehörden in den nächsten Wochen wirksam werden. Heidelberger Druck werde sich im Zuge dessen mit 15 % an Goss beteiligen, über die restlichen finanziellen Bedingungen sei Stillschweigen vereinbart worden. Zuvor hatte Heidelberger Druck bereits sein mit großem Aufwand aufgebautes Digitaldruck-Geschäft an den Partner Eastman Kodak abgegeben. Der Weltmarktführer aus Heidelberg will sich wieder auf sein angestammtes und profitables Bogenoffsetdruck- Geschäft und die Druck-Weiterverarbeitung konzentrieren. Die abgegebenen Sparten hatten zuletzt 16 % zum Umsatz des Konzerns beigetragen.

Auf operativer Basis hatte Heidelberger Druck schon 2003/04 überraschend mit 20 Mill. € schwarze Zahlen geschrieben. Nach Steuern rutschte der Konzern allerdings mit 695 Mill. € Verlust tief in die roten Zahlen. Allein die Abschreibungen auf die abgegebenen Sparten und Rückstellungen für den massiven Personalabbau verschlangen 569 Mill. €. Nach dem Verkauf der beiden Bereiche bleiben von einst rund 25 000 Mitarbeitern noch 18 500. Der Umsatz sank im abgelaufenen Geschäftsjahr um elf Prozent auf 3,66 Mrd. €. Die Aktionäre sollen wegen der Verluste keine Dividende erhalten.

Für 2004/05 rechnet Finanzvorstand Herbert Meyer mit einer operativen Umsatzrendite von vier bis fünf Prozent. Dabei sei das Jahr noch von den Kosten für die Drupa und die Einführung der dort angekündigten neuen Produkte belastet. Mittelfristig hatte Heidelberger Druck eine Rendite von rund elf Prozent in Aussicht gestellt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%