Keine Entscheidung über Börsengang
Gardena-Sparprogramm ist erfolgreich

Die Schließung von Logistikstandorten im Ausland hat sich positiv auf das Ergebnis von Europas führendem Gartengerätehersteller ausgewirkt. Nach einem schlechten Sommer will Gardena nun wieder auf Wachstumskurs gehen. Eine Entscheidung über eine Rückkehr an die Börse hat das Ulmer Unternehmen aber noch nicht getroffen.

HB FRANKFURT. „Für das Geschäftsjahr 2005/06 rechnen wir mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich“, gab Vorstandschef Martin Bertinchamp am Dienstag in Frankfurt die Richtung vor. Er rechne mit einer Gewinnsteigerung um einen zweistelligen Prozentsatz. Im vergangenen Geschäftsjahr (zum 30. September) hatte Gardena dank des Sparkurses seinen operativen Gewinn trotz eines Umsatzrückgangs kräftig gesteigert.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (Ebit) kletterte um 14,3 Prozent auf 45,5 Mill. Euro, während der Umsatz um 6,7 Prozent auf 393,3 Mill. Euro schrumpfte. Finanzvorstand Erich Schefold begründete die Umsatzeinbußen mit Sortimentsbereinigungen, dem schlechten Wetter und dem Verkauf der US-Tochter Melnor. Ohne den Melnor-Effekt ging der Umsatz um vier Prozent zurück.

Gardena hatte die Logistikstandorte in Frankreich, Spanien, Niederlande und Belgien geschlossen. Die Kunden dort würden nun direkt aus Deutschland beliefert. Dadurch werde zugleich das deutsche Logistikzentrums besser ausgelastet und so Kosten sowie Lagerbestände gesenkt. Die verlustträchtige Tochtergesellschaft Melnor in den USA wurde mit Wirkung zum Juni 2004 verkauft.

Im laufenden Geschäftsjahr will Gardena-Chef Bertinchamp die Expansion in Osteuropa vorantreiben. In Russland und Slowenien seien seit Oktober bereits zwei Gesellschaften gegründet worden, sechs weitere sollen bis Ende 2008 folgen.

Über einen Börsengang gebe es weiterhin keine Entscheidung. „Das durchschnittliche Engagement von Private-Equity-Investoren liegt zwischen drei und acht Jahren, wir sind jetzt im fünften Jahr, es gibt also keinen Zeitdruck“, sagte Bertinchamp. „Wir beschäftigen uns mit dem Thema aber entschieden ist nichts.“ Gardena gehört dem schwedischen Finanzinvestor Industri Kapital, der Gardena nach der Übernahme 2002 von der Börse genommen hat. Vor zwei Jahren hatte Finanzchef Schefold noch einen Börsengang ab 2006 in Aussicht gestellt.

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