Keine „fränkische Lösung“
Wöhrl überlässt Modellbahnbauer LBG seinem Schicksal

Alle Rettungsversuche für den angeschlagenen Nürnberger Modellbahnhersteller LGB mit rund 130 Arbeitsplätzen sind gescheitert. Die Firma des Investoren Hans Rudolf Wöhrl, Intro, will nach dem Scheitern des letzten Angebotes keinen neuen Versuch unternehmen.

HB NÜRNBERG. Die von dem früheren Fluglinien-Betreiber Hans Rudolf Wöhrl angestrebte „fränkische Lösung“ hat nach Angaben von Insolvenzverwalter Steffen Goede keine Chance mehr. Wöhrl habe völlig überraschend die in mehreren Wochen mühsam erarbeitete Kompromisslinie verlassen, sagte Goede am Montag.

Wöhrls Investmentfirma Intro-Verwaltungs GmbH sei jedoch „in der gegebenen Situation“ der einzige Bieter, der die Produktion am Standort Nürnberg hätte erhalten können. „Wir waren auf einer Linie“, schilderte Goede die zurückliegenden Verhandlungen mit der Intro GmbH. Bis vor wenigen Tagen habe es noch danach ausgesehen, als würde man einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss finden.

Doch vergangene Woche habe sich Wöhrl von früheren Verhandlungsergebnissen so weit entfernt, dass keine Hoffnung mehr bestehe, dass das Angebot zum Tragen komme. Der Insolvenzverwalter bedauerte das „schlechte Ergebnis“. Die Übernahme der traditionsreichen Modellbaufirma durch die Intro GmbH sei letztlich an den unterschiedlichen Vorstellungen über den Kaufpreis für das Werksgelände gescheitert.

Intro-Projektleiter Dietmar Langner sagte, die Frist für das zuletzt auf 7,5 Mill. Euro nachgebesserte Übernahmeangebot sei am Montagmittag ohne Reaktion der Gläubigerbanken oder des Insolvenzverwalters abgelaufen. Damit sei die letzte Chance auf eine Rettung der rund 130 LGB-Arbeitsplätze am Standort Nürnberg verspielt worden.

„Die Akte LGB kommt in den Schrank. Wir werden kein neues Angebot mehr abgeben“, betonte Langner. Mit dem am 7. Mai ausgelaufenen Angebot sei „jeglicher Spielraum ausgeschöpft“ worden. Die Offerte habe auch die Forderungen der Gläubigerbanken nach einem höheren Kaufpreis für das Grundstück und das Betriebsgebäude der LGB berücksichtigt, wies Langner die Kritik Goedes zurück.

In Bankenkreisen hieß es dagegen am Montag, Vertreter der Gläubiger-Banken würden erst an diesem Dienstag zusammenkommen, um abschließend über die Zukunft des Unternehmens zu entscheiden. Man habe dabei die Hoffnung, dass das endgültige Aus für LGB doch noch abgewendet werden könne, sagte ein Bankenvertreter, ohne Einzelheiten zu nennen.

LGB hatte im September 2006 Insolvenz angemeldet. Im Dezember hatte Insolvenzverwalter Steffen Goede den Unternehmer Hermann Schöntag als Retter präsentiert. Schöntag, der auf der Insel Rügen die Kleinbahn „Rasender Roland“ betreibt, konnte jedoch das Geld für den Fortbestand der Firma nicht aufbringen.

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