Keine Geschäfte mit dem Irak
Großanlagenbau setzt weiter auf China

Als größten Einzelmarkt sieht der deutsche Großanlagenbau immer noch China, das zuletzt seine Wachstumsprognose zurück genommen hat. Die exportorientierte Branche will den Auftragseingang im laufenden Jahr mindestens auf Vorjahresniveau halten.

HB FRANKFURT. „Mit einem Bestellvolumen von 1,4 Mrd. € war China 2003 der mit Abstand größte Einzelmarkt,“ sagte Thomas Waldmann, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), am Mittwoch in Frankfurt. Angesichts des enormen Bedarfs der Volksrepublik auf ihrem Weg zu einem Industrieland werde sie noch über Jahre zu den führenden Kunden gehören.

Zwar strebe die Regierung aus Furcht vor einer Überhitzung ihrer Wirtschaft ein weniger rasantes Wachstum an, was etwa durch verzögerte Verfahren für Investitionsgenehmigungen erreicht werden könnte, sagte Wolfgang Essig, der den Chemieanlagenbauer Uhde im Verband vertritt. Tatsächlich könne China aber auf Hochtechnologie-Anlagen für ihre Grundstoffindustrie und Energieerzeugung nicht verzichten. Essig räumte ein, dass die Gefahr des unerlaubten Nachbaus in China groß sei. Ein gewisser Know-how-Transfer sei ohnehin Bestandteil jeder Auftragsvergabe, sagte er. Etwa 75 % ihrer Aufträge akquiriert der deutsche Großanlagenbau im Ausland, wobei der Mittlere Osten einen weiteren regionalen Schwerpunkt bildet. Die ölreichen Golf-Länder seien zusehens bestrebt, ihre Abhängigkeit von diesem Rohstoff durch den Aufbau von verarbeitender Industrie zu verringern.

Mit dem Irak werde es aber auf absehbare Zeit kein Geschäft geben. „Wir finden keine Mitarbeiter, die bereit sind, dort zu arbeiten“, sagte Essig. Insofern könnten sich die deutschen Anlagenbauer auch nicht über die US-Vergabepolitik dort beschweren. „Die US-Reglementierung wird ohnehin bald fallen“, ist Essig überzeugt.

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