Keine Käufer aus den USA für Boeing
Turkish Airlines geht auf große Einkaufstour

Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat milliardenschwere Großaufträge für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing angekündigt. Dabei hat Airbus die Nase vorn.

HB FARNBOROUGH. Die Fluglinie wolle von Airbus 36 Flugzeuge und von dessen US-Konkurrenten Boeing 15 Maschinen kaufen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Allein der Airbus-Auftrag hat nach den Worten von Airbus-Chef Noel Forgeard ein Volumen von mehr als 2 Mrd. Dollar. Finanzielle Details der Boeing-Käufe wurden zunächst nicht bekannt. Boeing erwartet unterdessen für sein neues Flugzeugmodell „7E7 Dreamliner“ wahrscheinlich keinen Kunden aus dem Schlüsselmarkt USA in diesem Jahr.

„Wir haben auf unserer Vorstandssitzung am Dienstag beschlossen, fünf A330-200, zwölf A321-201 und 19 A320-200 von Airbus und 15 B737-800 von Boeing zu kaufen“, teilte die türkische Fluggesellschaft in Ankara mit. Die Linie nannte kein finanzielles Volumun. Ein Vorvertrag mit dem europäischen Konzern sollte noch am Mittwoch in Paris unterzeichnet werden, wo sich der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan derzeit zu Gesprächen mit Frankreichs Präsident Jacques Chirac aufhält. Die Flugzeugkäufe seien Teil der Pläne, die Flotte des Unternehmens auszubauen, teilte das Unternehmen mit. Turkish Airlines besitzt derzeit 70 Flugzeuge und hatte seit Monaten den Herstellern Großaufträge in Aussicht gestellt. Türkische Medien haben vermutet, die Käufe könnten politische Hintergründe haben, um die Bemühungen der Türkei um einen Beitritt zur Europäischen Union zu fördern - Frankreich, die Heimat von Airbus, steht dem Ansinnen bisher skeptisch gegenüber. Airbus-Chef Noel Forgeard wies die Spekulationen aber bei einer Pressekonferenz auf der britischen Luftfahrtmesse in Farnborough zurück.

Boeing äußerte sich pessimistisch, aus den USA einen Käufer für sein geplantes Flugzeugmodell 7E7 in diesem Jahr zu finden. Die nächsten Aufträge für den „Dreamliner“ kämen wahrscheinlich aus Asien, Europa oder dem Nahen Osten, sagte Vize-Verkaufschef Toby Bright. Erster Kunde der Maschine ist die japanische Fluglinie All Nippon Airways. Mit dem Flugzeug will sich Boeing gegen das geplante Großraumflugzeug A380 des Konkurrenten Airbus positionieren, das ab 2006 als größtes Verkehrsflugzeug der Welt an den Start gehen soll. 7E7 und A380 müssen ihre Flugfähigkeit aber noch beweisen.

Der Boeing-Manager ging aber davon aus, dass noch in dieser Woche ein Geschäftsabschluss mit der chinesischen Fluglinie Air China über die Lieferung von zwei 747-400 Frachtflugzeugen zustande kommt. Die beiden Maschinen haben einen Listenwert von insgesamt 400 Mill. Dollar.

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