Keine Kapitalerhöhung
Arabischer Großaktionär lässt Ferrostaal fallen

Die Eigentümer von Ferrostaal wollen eine Kapitalerhöhung nicht mittragen.
  • 6

DüsseldorfDie Eigentümer des Industriedienstleisters Ferrostaal wollen eine dringend benötigte Kapitalerhöhung nicht mittragen. Vor allem der arabische Mehrheitseigentümer IPIC zeige derzeit kein Interesse, seiner Tochter finanziell unter die Arme zu greifen, erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld der Eigentümer. Ferrostaal muss voraussichtlich noch in diesem Jahr ein Bußgeld von rund 140 Millionen Euro zahlen, mit dem ein Korruptionsverfahren vor dem Landgericht München beendet werden kann.
Zudem braucht das Unternehmen die Eigentümer als Bürgen für dringend benötigte Kreditgarantien, für d eren Gewährung die Hausbanken hohe Sicherheiten fordern. Ab November sollen diese verschärft werden. Die Kreditgarantien muss Ferrostaal dann in voller Höhe mit Bargeld absichern. Die Garantien benötigt das Unternehmen für d en Groß und Anlagenbau, ohne diese wird Ferrostaal diesen Bereich aufgeben müssen.
Die angespannte Finanzlage wird auf einer Aufsichtsratssitzung an diesem Donnerstag zentrales Thema sein. Da IPIC die Ferrostaal AG aber nicht unterstützen will, wird auch die frühere Muttergesellschaft MAN keine Hilfe leisten. „Wir geben keine Garantien mehr für zukünftige Geschäfte“, sagte ein MAN-Sprecher.
IPIC hatte vor zwei Jahren Ferrostaal zu 70 Prozent übernommen, den Rest hält noch MAN. Die beiden Aktionäre streiten derzeit vor einem Schiedsgericht über eine Rückabwicklung des Deals. Nachdem im Frühjahr ein erneuter Anlauf für eine gütliche Einigung gescheitert war, ruhen die Verhandlungen zwischen IPIC und MAN.
Der Betriebsrat von Ferrostaal forderte die Streithähne nun zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. „Durch die ungelöste Eigentümerfrage wird das operative Geschäft erheblich gestört“, sagte Betriebsratschef Jürgen Hahn dem Handelsblatt. Seit Monaten komme man nicht weiter. „Was wir brauchen, ist eine klare Ansage wie künftig die Eigentümerstruktur aussehen wird.“

Kommentare zu " Keine Kapitalerhöhung: Arabischer Großaktionär lässt Ferrostaal fallen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Klar ist, dass es offenbar in einer ganz speziellen Ecke des Unternehmens deutliche Verstöße gab, die überhaupt nicht geduldet werden dürfen, aber dass in 10 Jahren nur 9 Mio. Schmiergelder gefunden wurden, wo Ferrostaal in all den schwierigen Ländern unterwegs ist, müsste eher lobend anerkannt, gar gewürdigt werden. Dafür 80 Mio. Aufklärungskosten an Debevoise und Co. zu zahlen, einige zig hunderte Mitarbeiter als "Bauernopfer" rauszuschmeißen (insbesondere durch den Über-Gott und Compliance-Vorstand Herrn Pohlmann, gegen den man ja nichts sagen darf, weil Sie dann wieder negativ berichten, der aber extrem viel Geld für nonsens rausschmeißt und sämtliche Mitarbeiter austauscht, einfach nur weil "sie da waren".. ), wobei es durch reduziertes Geschäft dann ja auch noch all die armen Leute in den dritte Welt Ländern samt ihren Familien trifft, für alles und jeden Unternehmensberater zu engagieren, und dann auch noch -meinetwegen bzw. erst recht- sogar 277 Mio. zahlen zu sollen, empfinden Sie das nicht auch "etwas" fernab jeglicher Realität, Sinnhaftigkeit, Fairness??? Ferrostaal hat für 9 Mio. schon genug gebüßt für Aufklärungszahlungen, neuer Compliance-Abteilung, für-jeden-Quatsch-Berater etc., was alles sowieso schon mal bei den nun im Raume stehenden 150 Mio. liegen dürfte.

    Es gibt halt immer Gewinner und Verlierer: Sie und Herr Ott etc. haben Ihren Job noch - ich könnte das mit dieser einseitigen und massivst unfairen Berichterstattung mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Sorry.

  • Klar ist, dass es offenbar in einer ganz speziellen Ecke des Unternehmens deutliche Verstöße gab, die überhaupt nicht geduldet werden dürfen, aber dass in 10 Jahren nur 9 Mio. Schmiergelder gefunden wurden, wo Ferrostaal in all den schwierigen Ländern unterwegs ist, müsste eher lobend anerkannt, gar gewürdigt werden. Dafür 80 Mio. Aufklärungskosten an Debevoise und Co. zu zahlen, einige zig hunderte Mitarbeiter als "Bauernopfer" rauszuschmeißen (insbesondere durch den Über-Gott und Compliance-Vorstand Herrn Pohlmann, gegen den man ja nichts sagen darf, weil Sie dann wieder negativ berichten, der aber extrem viel Geld für nonsens rausschmeißt und sämtliche Mitarbeiter austauscht, einfach nur weil "sie da waren".. ), wobei es durch reduziertes Geschäft dann ja auch noch all die armen Leute in den dritte Welt Ländern samt ihren Familien trifft, für alles und jeden Unternehmensberater zu engagieren, und dann auch noch -meinetwegen bzw. erst recht- sogar 277 Mio. zahlen zu sollen, empfinden Sie das nicht auch "etwas" fernab jeglicher Realität, Sinnhaftigkeit, Fairness??? Ferrostaal hat für 9 Mio. schon genug gebüßt für Aufklärungszahlungen, neuer Compliance-Abteilung, für-jeden-Quatsch-Berater etc., was alles sowieso schon mal bei den nun im Raume stehenden 150 Mio. liegen dürfte.

    Es gibt halt immer Gewinner und Verlierer: Sie und Herr Ott etc. haben Ihren Job noch - ich könnte das mit dieser einseitigen und massivst unfairen Berichterstattung mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Sorry.

  • Lieber Herr Murphy,
    das Handelsblatt und die Süddeutsche veröffentlichen permanent irgendwelche Dinge und stellen das "gesamte" Unternehmen mit all seinen Mitarbeitern nun seit Jahren an den Pranger. Dies geschieht bei Weitem nicht durch fundiertes Wissen und auch genannte Zahlen stimmen längst nicht immer ("Hörensagen"?). Die Berichterstattung ist 100% einseitig und keineswegs "abwägend" bzw. wird nie einer fairen Bericht"erstattung" gerecht, sondern haut ausschließlich drauf und das bei unbewiesenen Tatsachen. Dies schadet dem Unternehmen nun seit Jahren und die Spirale dreht sich durch die Koalition aus Steuerbehörden und Medien permanent und kontinuierlich nach unten und das ist bei einem der tollsten Unternehmen, die es in Deutschland gibt, extremst schade! Dass die Finanzbehörden permanent Interna an die Presse verteilen (was ich freilich nicht nachweisen kann, aber ohne Frage klar ist), wird einem Rechtsstaat überdies keineswegs gerecht!

    [...]

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%