Keine Kernkraftwerke
Eon und RWE stoppen Atompläne in Großbritannien

Eon und RWE geben ihre Pläne auf, in Großbritannien neue Atomkraftwerke zu bauen. Aus Unternehmenskreisen wurde das dem Handelsblatt bestätigt. Die Energiekonzerne hatten dort Milliardeninvestitionen geplant.
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Düsseldorf/LondonDie Energiekonzerne Eon und RWE legen ihre milliardenschweren Pläne zum Bau neuer Atomkraftwerke in Großbritannien zu den Akten. RWE kündigte am Donnerstag an, aus dem gemeinsamen Joint Venture Horizon auszusteigen. „Parallel hat Eon den Ausstieg angekündigt“, hieß es.

Als Grund für den Verzicht verwiesen unter anderem auf die hohen Kosten. „Ziel ist es nun, einen Käufer für Horizon Nuclear Power zu finden.“ Die Versorger hatten ursprünglich mehrere Meiler in Großbritannien errichten wollen und dafür Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe angekündigt.

Eon und RWE hatten vor einigen Jahren das Joint Venture mit dem Namen Horizon gegründet, um in Großbritannien bis 2025 neue Kernkraftwerke mit einer Leistung von rund 6.000 Megawatt zu errichten. Hierzu planten sie Investitionen im zweistelliger Milliardenhöhe.

Nach der Meldung bauten die Aktien von Eon und RWE ihre Verluste aus. Für die beiden größten deutschen Versorger ist Großbritannien einer der wichtigsten Auslandsmärkte. „Eon und RWE wollen in Großbritannien bis 2025 neue Kernkraftwerke mit einer Leistung von rund 6.000 Megawatt errichten. Das Programm wird wahrscheinlich mehr als 15 Milliarden Pfund (18 Milliarden Euro) kosten“, hatte das Eon-RWE-Joint-Venture Horizon seit Jahren angekündigt.

Zuletzt waren die Zweifel an dem Projekt immer lauter geworden. Unsichere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, drastisch steigende Kosten und Verzögerungen bei AKW-Neubauten in Frankreich und Finnland sowie niedrige Strompreise drücken auf die Stimmung.

„Das macht auch wirklich keinen großen Appetit darauf, sich dieses Risiko anzutun“, hatte Eon-Vorstand Klaus-Dieter Maubach kürzlich gesagt. „Bei einem Strompreis von 60 Euro je Megawattstunde können Sie kein Kernkraftwerk bauen“, hatte zuvor bereits der künftige RWE-Chef Peter Terium erläutert. Terium hatte die Latte hochgehängt.

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Erst Ende Oktober wurde investiert

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  • Kernerngie ist zuverlässig. Perfekt als Grundlastkraftwerk.

    Nur wer würde im jetzigen Umfeld freiwillig mehrer Milliarden Euro invenstieren um in 10 Jahren ein Kraftwerk zu haben, das wer vielleicht nicht mehr betreiben darf...
    Niemand weiss, was politisch noch passiert...

  • Es ist doch immer wieder schön, wie Lügen platzen. Da hat man immer erzählt, Atomstrom sei der billigste Strom. Und nun erklärt man, dass bei Strompreisen von 60 Euro die Mwh kein neues KKW gebaut werde.
    Haben die Kritiker der Kernenergie nicht immer schon darauf verwiesen, dass dass Gerede vom "billigen" Atomstrom ein Märchen ist ?

  • das schlimme ist es gibt sogar noch menschen die diesen propagandastuß der großen vier glauben. ich geh da argumentativ gar nicht mehr drauf ein.

    es ist interessant das in vielen foren immer wieder das gleiche geschwätz von immer den gleichen leuten kommt, die sooo froh sind das einspeisevergütungen gekürzt werden, weil die ja den strom verteuern. regenerative energien sorgen dafür das der strom dann wenn ihn die großen 4 teuer verkaufen könnten günstig ist. und das ist nur ein gedanke von mir, man stelle sich vor es gäbe kostengünstig eine hausbatterielösung. dann wären auf einmal millionen haushalte keine kunden der großen 4 mehr, die fallen einfach weg und das möchte man doch nicht schließlich müssen wir doch alle die verklappung des atommülls irgendwann mal zahlen und die großen 4 werdens nicht sein.

    also wer sich über die kürzung der einspeisevergütung freut, der hat offenbar schon am eigenen leib erfahren das zuviel sonne nicht gut ist - für einen menschen.

    also nochmal auf deutsch diese durchsichtige propaganda ist sowas von lächerlich.

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