Keine Motorenlieferung vereinbart
Cessna stutzt Thielert die Flügel

Mit der Aussage, in den nächsten Jahren wohl „Tausende von Motoren“ an Cessna liefern zu können, hatte der deutsche Antriebsbauer Thielert seinen Aktienkurs um mehr als 20 Prozent in die Höhe getrieben. Doch der genannte Flugzeughersteller aus Übersee reagiert reserviert: Er habe etwas anderes mit Thielert abgemacht.

der/HB DÜSSELDORF. „Unser Vertrag sieht vor, bei zukünftigen Programmen zusammen zu arbeiten“, sagte Cessna-Sprecher Doug Oliver am Donnerstagabend, „es gibt aber keine Übereinkunft, zur jetzigen Zeit Motoren zu kaufen.“ Mehr dazu wolle das Unternehmen im Laufe des Jahres bekannt geben. Thielert kooperiert nach eigener Aussage bereits seit 2004 mit Cessna. Bis heute ist aus dieser Entwicklungspartnerschaft aber keine Serienmaschine des Marktführers aus den USA hervorgegangen, die mit einem Motor des deutschen Herstellers fliegt.

Eine Mitteilung des Hamburger Unternehmens vom Donnerstag hatte eine große Bestellung suggeriert. Die Thielert-Aktie war daraufhin um rund 23 Prozent auf bis zu 23 Euro hochgeschnellt und und führte mit Abstand die Gewinnerliste im Kleinwertesegment SDax an. Im Laufe des Freitags gab das Papier knapp 5 Prozent wieder ab. Thielert-Sprecher Sebastian Wentzler stellte am Freitag gegenüber Handelsblatt.com klar: „Es gibt keinen Großauftrag. Cessna hat sich aber zu uns als Partner bekannt.“

Der Kursprung am Donnerstag war erfolgt, obgleich sich sowohl Vorstandschef Frank Thielert als auch der Firmensprecher auf Nachfrage bedeckt zum Vertrag mit Cessna gehalten hatten. Das Unternehmen hatte nur mitgeteilt, man erwarte, dass Thielert über die nächsten Jahre „Tausende von Motoren“ ausliefern könne. Der Sprecher hatte gesagt, eine genaue Liefermenge habe man von Cessna nicht zugesichert bekommen. „In Verträgen mit Amerikanern stehen nie Stückzahlen“, hatte er dies gegenüber dem Handelsblatt begründet. Allerdings hätte Cessna in Aussicht gestellt, eine bestimmte Menge an Motoren abzunehmen. Die Voraussetzungen für die Produktion habe Thielert durch neue Montagelinien bereits geschaffen.

Zu Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn hatte sich der Sprecher nicht äußern wollen. Vorstandschef Frank Thielert hatte der Nachrichtenagentur Reuters lediglich gesagt: „Das untermauert unsere Planung für dieses und das nächste Jahr.“ 2007 soll der Umsatz nach früheren Aussagen um mehr als 50 Prozent auf 95 Mill. Euro klettern.

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