Keine Planänderung
VW beharrt auf Stellenabbau in Brasilien

Volkswagen hält an seiner Absicht fest, in Brasilien fast 4000 Stellen abzubauen. „An unseren Plänen hat sich nichts geändert“, betonte Konzernsprecher Dirk Große-Leege am Freitag in Wolfsburg. Zuvor war aus Brasilien berichtet worden, dass die angekündigten Arbeitsplatzstreichungen auf großen Druck der Gewerkschaften zurückgenommen worden seien.

HB/dpa SAO PAOLO/WOLFSBURG. VW hatte am Sonntag angekündigt, in den Werken Taubaté und Anchieta insgesamt 3933 Arbeitsplätze abzubauen. An beiden Standorten werde die Arbeitszeit verkürzt. Grund sei die Schwäche des brasilianischen Automarktes und wichtiger Export-Märkte. Der Stellenabbau solle sozialverträglich geschehen. Die betroffenen Mitarbeiter sollten an einem Weiterbildungsprogramm teilnehmen und anschließend vermittelt werden.

Gewerkschaften und VW in Sao Paulo hatten am Donnerstagabend (Ortszeit) nach dreistündigen Verhandlungen mitgeteilt, die je nach Fabrik bis 2004 und 2006 geltenden Beschäftigungsgarantien würden respektiert. Auch General Motors gab Pläne zur Entlassung von 600 Arbeitern auf. Gewerkschaften hatten mit „einem nie da gewesenen Krieg“ mit Streiks und Besetzungen gedroht.

Volkswagen wies allerdings darauf hin, dass weitere Verhandlungen nötig seien, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und auch des Standsorts Brasilien zu sichern. „Wir wollen, dass die Gewerkschaften sich bei Plänen zum Transfer von Mitarbeitern flexibler zeigen“, sagte der stellvertretende Leiter der Personalabteilung von VW do Brasil, Joao Rached.

Abkommen über Arbeitsplatzsicherungen

Für den regionalen Chef der Metallgewerkschaft, José López Feijó, sind die 2001 unterzeichneten Abkommen über Arbeitsplatzsicherungen „heilig“: „Darüber verhandeln wir nicht“.

VW warnte, dass ohne ein endgültiges Abkommen Investitionen in Höhe von 300 Millionen Real (rund 88 Mio Euro) zur vorgesehenen Gründung einer neuen Gesellschaft nach dem Vorbild der AutoVision in Wolfsburg gefährdet seien. VW-Vorstandsmitglied Peter Hartz hatte Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva - einem früheren Metallgewerkschaftler - diese Pläne vor einigen Tagen präsentiert. AutoVision soll unter anderem über die Ansiedlung von Lieferanten und die Schaffung einer Personal-Service-Agentur neue Arbeitsplätze in der Region schaffen.

Hartz hatte am Sonntag zum geplanten Stellenabbau gesagt: „Wir sind optimistisch, dass es uns gelingen wird, einen großen Teil der Mitarbeiter in andere VW-Werke oder in neue Arbeitsverhältnisse zu vermitteln.“ Für einen Übergangszeitraum werde VW allen Mitarbeitern das volle Gehalt weiter zahlen.

VW do Brasil beschäftigt insgesamt 24 800 Menschen in fünf Werken und ist damit größter Arbeitgeber in der Automobilindustrie in Brasilien. Das Unternehmen verkaufte dort nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 382 000 Fahrzeuge und erzielte einen Marktanteil von 23 Prozent.

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