„Keine Produktionsverlagerung“
EADS beruhigt britische Airbus-Mitarbeiter

Die Ankündigung des britischen Airbus-Miteigentümers BAE Systems, seinen Anteil an dem Flugzeughersteller an Mehrheitseigner EADS zu verkaufen, hatte bei den Beschäftigten Existenzängste ausgelöst. EADS versucht, die Sorgen zu nehmen.

HB/dih BERLIN. Der Co-Chef der Airbus-Mutter EADS, Thomas Enders, sagte am Montag in Berlin, er könne nicht erkennen, dass es wegen des BAE-Ausstiegs bei Airbus zu einer Verlagerung von britischen Aktivitäten kommen sollte. „Sie wissen, dass BAE sich in den letzten Jahren gewissermaßen zum Kompetenz-Zentrum für alle Flügel der Airbus-Familien herausgebildet hat“, sagte Enders. „Ich für meinen Teil kann nicht erkennen, dass ein Austritt von BAE als Minderheitsaktionärs aus Airbus zu einer Verlagerung dieser sehr wichtigen Arbeitsfelder führen sollte.“

Der Ausstieg der Briten aus dem Airbus-Konsortium beendet eine 27-jährige Zusammenarbeit. Schon zehn Jahre länger, vom Start des Airbus-Projekts an, werden die Flügel für die Passagierflugzeuge in Großbritannien gefertigt. In den Werken in Bristol und im walisischen Broughton arbeiten zusammen 13 000 Menschen. Etwa zehn Mal so viele sind Schätzungen zufolge bei Zulieferern tätig.

Die Gewerkschaften befürchten nun, dass die Flügelproduktion über kurz oder lang auf den Kontinent abwandert. „Die Regierung muss eingreifen und den Verkauf verhindern“, forderte deshalb John Wilson, ein Vertreter der Gewerkschaft GMB.

Die Unternehmen bemühen sich, solche Befürchtungen zu zerstreuen. Eine BAE-Sprecherin hatte bereits kurz nach dem Bekanntwerden der Verkaufspläne gesagt, es gebe einen unbefristeten Vertrag zwischen EADS und BAE, wonach Airbus bei einer Verlagerung der Produktion mit Hilfe unabhängiger Gutachter nachweisen müsse, dass der Entscheidung rein wirtschaftliche und keine politischen Gründe zugrunde lägen. Das Wirtschaftsministerium bekräftigte, der Vertrag garantiere die Jobs in Großbritannien und gehe nach dem Verkauf auf die Regierung über.

Auch Brinley Salzmann, Export-Direktor des Verbandes der Rüstungsindustrie (DMA), zeigte sich zuversichtlich, dass der Verkauf die über zwölf Mrd. Pfund große Industrie nicht schädigen werde.

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