Keine Siemens-Stellungnahme
Archiv: Siemens darf bei Alstom mitbieten

Frankreichs Finanzminister Nicolas Sarkozy hat nichts dagegen, wenn der deutsche Industriekonzern Siemens bei Interesse ein Gebot für eine Beteiligung an seinem angeschlagenen Konkurrenten Alstom abgibt.

HB PARIS. „Ich habe in keiner Weise etwas gegen ein Abkommen zwischen Siemens und Alstom, aber wenn Siemens sich an Alstom beteiligen will, sollte es ein Angebot machen“, sagte Sarkozy am Mittwoch auf einer Wirtschaftskonferenz. Alstom hatte eine Partnerschaft mit Siemens abgelehnt, dem ein Interesse an Teilen des Konzerns nachgesagt wird. Der Siemens-Konzern gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Sarkozy, der im vergangenen Monat mit der Europäischen Union (EU) eine Einigung über ein staatlich getragenes Rettungspaket für Alstom erreicht hatte, betonte allerdings, dass eine Partnerschaft nur unter gleichen Partnern entstehen könne, die auf eigenen Füßen stehen. „Wenn Alstom nicht mehr da ist, gibt es nur noch Siemens und keinen Wettbewerb mehr“, fügte er hinzu. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hatte dem staatlichen Rettungspaket nur unter der Bedingung zugestimmt, dass Alstom in den kommenden vier Jahren industrielle Partnerschaften eingeht und sich der Staat wieder aus dem Unternehmen zurückzieht.

Sarkozy wehrt sich gegen eine mögliche Zerschlagung des Alstom-Konzerns, was ihm aus Deutschland den Vorwurf eingehandelt hatte, Frankreich betreibe nationalistischen Interventionismus. Nach seinen Angaben planen Frankreich und Deutschland ein Treffen, um über die Industriepolitik beider Länder zu beraten.

Der Münchner Siemens-Konzern lehnte eine Stellungnahme zu den Aussagen Sarkozys ab. „Wir bleiben dabei, wir kommentieren das nicht“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Aktien von Alstom lagen am Mittwoch an der Pariser Börse ein Prozent im Plus. Die Anteilsscheine von Siemens legten in Frankfurt 0,3 Prozent zu.

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