Keine Sorge wegen Conti
Michelin verdient weniger

Der Reifenhersteller Michelin hat einen überraschend deutlichen Gewinneinbruch verbucht und vor den Folgen der gestiegenen Rohstoffkosten auf das Geschäft im laufenden Jahr gewarnt. Der französische Konzern will mit Preiserhöhungen gegensteuern. Die Aktie belastesten die Zahlen.

HB PARIS. Die schleppende Nachfrage in Westeuropa und Nordamerika sowie die Dollarschwäche drückte das Betriebsergebnis im ersten Halbjahr um 18 Prozent auf 708 Mill. Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlich höheren Gewinn gerechnet. Michelin kündigte am Mittwoch Preiserhöhungen an.

Den Übernahmekampf beim Konkurrenten Continental nimmt Michelin derweil gelassen: Der Übernahmeplan der Schaeffler-Gruppe rufe bei Michelin keine Ängste hervor, sagte Jean-Dominique Senard, Mitgeschäftsführer (Managing Partner) bei Michelin. Michelin schließt eine aktive Rolle bei der Konsolidierung der Branche aber nicht aus: Sein Unternehmen wolle nicht wie eine "Kuh dastehen, die einem vorbeifahrenden Zug zuschaut", sagte Senard.

Der nach Börsenwert zweitgrößte Reifenhersteller der Welt rechnet im laufenden Jahr wegen der steigenden Gummi- und Stahlpreise mit Belastungen in Höhe von 750 Mill. Euro. Bislang war Michelin von zusätzlichen Rohstoffkosten in Höhe von 600 Mill. Euro ausgegangen. Angesichts der erwarteten Aufwendungen rechnet das Unternehmen mit einer Rendite nahe der im ersten Halbjahr erreichten 8,6 Prozent. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten um zwei Prozent auf 8,2 Mrd. Euro, das Nettoergebnis fiel ein Prozent auf 430 Mill. Euro.

Bezogen auf den Marktanteil liegen Michelin und der japanische Bridgestone-Konzern im Rennen um den Titel des weltgrößten Reifenhersteller gleichauf. Beide kontrollieren nach Angaben von Michelin gut 17 Prozent des Marktes. Goodyear liegt leicht dahinter. Für Conti nannte Michelin keine Zahlen. Das Unternehmen mit Sitz in Hannover hat sich inzwischen zu einem breit aufgestellten Autozulieferer entwickelt.

Die Michelin-Aktie gab im Xetra-Handel um 8 Prozent nach.

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