Keine Übernahmen

Südzucker arbeitet an der Substanz

Auch Branchenführer müssen ein Auge auf die Wirtschaftkrise haben. Europas größter Zuckerfabrikant Südzucker zieht Konsequenzen aus der finanziellen Lage und stellt den Schuldenabbau über das Wachstum. Übernahmen werde es erst einmal nicht geben, erklärte Konzernchef Heer.
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Erst Schuldenabbau, dann Zuwachs: Südzucker setzt Prioritäten. Quelle: dpa

Erst Schuldenabbau, dann Zuwachs: Südzucker setzt Prioritäten.

(Foto: dpa)

HB FRANKFURT. Europas größter Zuckerhersteller Südzucker gibt dem Schuldenabbau Vorrang vor Zukäufen. Konzernchef Wolfgang Heer machte in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung" deutlich, dass er derzeit keine Übernahmeziele im Blick habe. Priorität habe vielmehr die Reduzierung der Verbindlichkeiten, um den finanziellen Spielraum für Akquisitionen zu erhöhen und bessere Bonitätsnoten zu bekommen. "Ich denke, dass wir unser Ziel, am Ende des Geschäftsjahres bei 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro Nettofinanzschulden zu liegen, erreichen werden", sagte Heer. Zum Geschäftshalbjahr Ende August hätten diese bei 962 Mio. Euro gelegen.

Der Manager verwies darauf, dass Akquisitionen in der Europäischen Union aus kartellrechtlichen Gründen kaum infrage kommen. Attraktiv seien vielmehr der brasilianische Markt im Zuckergeschäft und der US-Markt im Geschäft mit Tiefkühlpizzen, die das Unternehmen seinem Segment Spezialitäten zuordnet. "Wenn wir ein interessantes Akquisitionsobjekt finden, können wir eine Übernahme auch stemmen", sagte Heer. Dabei stünden Südzucker alle Möglichkeiten offen: Kapitalerhöhung, Anleihenemission und Kreditaufnahme.

Für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 (per Ende Februar) erwartet der Konzern einen Umsatz knapp unter dem Vorjahreswert von 5,9 Mrd. Euro. Das Ziel eines operativen Gewinns von 400 (Vorjahr: 258) Mio. Euro betrachte das Management mittlerweile als "etwas ambitionierter", bekräftigte Heer. Grund dafür ist ein Produktionsausfall bei der auf die Bioethanolproduktion spezialisierten Tochter CropEnergies, wie das Unternehmen bereits mitgeteilt hatte. Mit 38 Prozent ist Südzucker indirekt an dem österreichischen Zuckerkonzern Agrana beteiligt. "Im Moment haben wir keine Pläne, an der Beteiligungsquote kurzfristig etwas zu ändern", sagte Heer.

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