Kekshersteller setzt auf neue Produkte
Bahlsen geht abgespeckt ins Rennen

Der traditionsreiche Kekshersteller Bahlsen hat sich erheblich schlanker aufgestellt und will nun im umkämpften Süßgebäck-Markt wieder Boden gutmachen. Dazu setzt das Familienunternehmen auf die Markenstärke, neue Produkte und mehr Investitionen vor allem in die deutschen Werke in Berlin und Varel.

HB HAMBURG. „Wir wollen wieder wachsen und effizienter werden“, sagte Alleininhaber Werner M. Bahlsen am Mittwochabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Im vergangenen Jahr stagnierte der Umsatz bei 525 Mill. Euro, bereinigt um die inzwischen verkaufte französische Tochter waren es rund 470 Mill. Euro.

Für 2007 rechnet der Hersteller von Keksen, Kuchen und Schoko- Riegeln mit einem stagnierenden Markt in Deutschland nach zwei Prozent Minus im Vorjahr. Bahlsen strebt in diesem Jahr eine Steigerung um etwa drei Prozent an. Nach drastischen Rückgängen in den vergangenen Jahren stieg der Marktanteil im Januar auf 18,4 Prozent nach 17,4 Prozent vor Jahresfrist. Bahlsen beschäftigt 2800 Mitarbeiter ­ im Vorjahr waren es einschließlich Frankreich 3400 - und produziert in sechs Werken, davon zwei in Polen.

Auf einen Preiskampf mit dem Konkurrenten De Beukelaer will sich das Unternehmen nicht einlassen. Auch die Bio- und Gesundheitswelle betrachtet Bahlsen eher zurückhaltend. „Wir beobachten, ob sich dieser Trend in unserem Markt langfristig durchsetzen wird.“ Der Chef des 118 Jahre alten Unternehmens mit Sitz in Hannover vertraut stattdessen auf die Stärke der beiden Dachmarken Bahlsen und Leibniz. Priorität hätten „Qualität, Frische und Genuss“. Er kündigte zwei neue Keks-Snacks-Produkte mit Schokolade sowie Erdnüssen an.

In den vergangenen Jahren hatte Bahlsen schwer zu kämpfen, Kostensteigerungen und Konsumzurückhaltung machten dem Hersteller zu schaffen. Die Hälfte der Produkte der Marke Bahlsen wurden eingestellt, das Werk in Oldenburg geschlossen, Produktionsprozesse gestrafft. „Im vergangenen Jahr haben wir die Phase der Altlastenbereinigung abgeschlossen“, berichtete Bahlsen. 2007 werde wieder mehr investiert, insgesamt rund 60 Mill. Euro, davon 28 bis 30 Mill. Euro in die Werbung. Ertragszahlen nennt der Chef nicht. „Wir schreiben schwarze Zahlen und sind solide finanziert.“ Am Airbus-Standort Varel beschäftigt Bahlsen 400 Mitarbeiter. In dem erneuerten Kuchenproduktionswerk sei „noch Platz für weitere Anlagen“.

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