Kemira greift zu
Lanxess trennt sich von Papierchemie

Der Leverkusener Chemiekonzern Lanxess verkauft seine Sparte Papierchemikalien an das finnische Unternehmen Kemira. Die Transaktion war bereits erwartet worden.

HB FRANKFURT. Der Verkaufspreis betrage 88 Mill. Euro, teilte Lanxess am Dienstag mit. Mit dem Verkauf kommen die Leverkusener bei ihrem Konzernumbau einen weiteren großen Schritt voran. Nach Einschätzung von Analysten waren die Finnen stets der wahrscheinlichste Kandidat für die Übernahme der Papierchemikalien. Lanxess erwartet aus der Transaktion einen leichten Buchverlust. „Ich nehme an, dass wir, wenn überhaupt, einen leichten Buchverlust verzeichnen werden“, sagte Lanxess-Finanzvorstand Matthias Zachert. Dieser könne im Bereich von zehn Mill. Euro liegen, plus oder minus fünf Mill. Euro. Die Sparte Papierchemie hatte zuletzt mit 90 bis 95 Mill. Euro bei Lanxess in den Büchern gestanden.

Die im MDax notierte Lanxess-Aktie reagierte mit Kursverlusten auf die Nachricht und lag am Nachmittag noch 2,5 Prozent im Minus bei 26,79 Euro. Analysten bemängelten den nach ihrer Einschätzung zu niedrigen Verkaufspreis. „Das ist sicherlich ein enttäuschender Preis von nur dem 0,37-fachen des Umsatzes“, sagte ein Analyst. Die Experten von Dresdner Kleinwort Wasserstein hatten mit einem Preis von 120 bis 150 Mill. Euro gerechnet. Kemira hat nach Ansicht von Analysten dagegen günstig zugreifen können. „Das ist ein guter Kauf für Kemira. Der Preis war ziemlich niedrig und Kemira kann mit der Übernehme sein Produktportfolio verbessern“, sagte Analyst Henri Parkkinen von Opstock in Helsinki.

Die Sparte Papierchemie erwirtschaftete 2004 mit 375 Mitarbeitern an den Standorten Leverkusen und Bushy Park im US-Bundesstaat South Carolina einen Umsatz von 240 Mill. Euro. Kemira erwartet sich von dem Zukauf einen Anstieg seines Gewinns je Aktie ab 2007. Im kommenden Jahr werde er aber noch den Gewinn je Aktie um 0,05 bis 0,10 Euro mindern. In drei Jahren rechnet Kemira mit der Integration der Papierchemie mit Synergien und Kostenvorteilen von jährlich rund 20 Mill. Euro. Kemira ist der weltweit zweitgrößte Chemiezulieferer für die Papierindustrie.

Das Lanxess-Geschäft mit Papierchemikalien lief in den letzten Jahren nicht gut, war in der jüngsten Zeit aber wieder angezogen. Allerdings hätte Lanxess große Summen investieren müssen, um dem Trend bei den Kunden hin zu Komplettanbietern folgen zu können. Solche Investitionssummen kann das Unternehmen derzeit nicht stemmen, daher war Konzernchef Axel Heitmann auf die Suche nach Käufern gegangen. Lanxess befindet sich derzeit auf Sanierungskurs und hatte im Januar rund 40 Prozent seines gesamten Geschäfts als umbaubedürftig angesehen. Für die betroffenen Bereiche hatte Heitmann Restrukturierungen, Partnerschaften oder Verkäufe ins Auge gefasst.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%