Kemper bestreitet Preisabsprache
"Untersuchungen schaden RWE-Image"

Verbotene Preisabsprachen weist Deutschlands größter Entsorger RWE Umwelt nach Angaben seines Vorstandschefs Bernhard Kemper entschieden von sich. Die jüngsten Verdächtigungen des Kartellamtes und die daraus resultierenden Durchsuchungen belasteten das Unternehmen sehr.

HB KÖLN. „Der Image-Schaden ist gigantisch“, sagte Kemper am Dienstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters in Köln. Die Beschuldigungen entbehrten jeder Grundlage. „Es hat zu keinem Zeitpunkt Preisabsprachen gegeben“, sagte Kemper.

Das Bonner Kartellamt hatte vorige Woche mit Unterstützung der Staatsanwaltschaft bei bundesweiten Durchsuchungen in Büros von 120 Entsorgern umfangreiches Material sichergestellt. Die Ermittler verdächtigen die Unternehmen illegaler Preisabsprachen bei einer Ausschreibung des Dualen Systems Deutschland (DSD).

RWE-Finanzvorstand Klaus Sturany sagte Reuters, angesichts der völligen Unhaltbarkeit der Vorwürfe habe man auch keine Vorsorge für mögliche Strafen zu treffen. Umwelt-Chef Kemper führt die Verdächtigungen des Kartellamtes auf den erheblichen Zeitdruck zurück unter dem die Entsorger-Branche dem DSD Angebote für eine Entsorgung ab 2004 vorlegen musste. Man habe dafür in diesem Frühjahr nur wenige Wochen Zeit gehabt, sagte Kemper. Da viele Rahmenbedingungen nicht klar waren, sei RWE Umwelt bei der Preiskalkulation auf Nummer Sicher gegangen. Diese Haltung, die offenbar auch andere eingenommen hätten, hätte zu den vom Kartellamt erachteten überhöhten Preisen geführt.

RWE Umwelt hatte im vorigen Jahr den Entsorger Trienekens vollständig übernommen. Trienekens war im Zusammenhang mit dem Bau der Müllverbrennungsanlage in Köln und dem dortigen SPD-Parteispendenskandal in die Schlagzeilen geraten. „Nach dieser Erfahrung haben wir drastische Kontrollrichtlinien vereinbart“, sagte Kemper. Damit solle ausgeschlossen werden, dass sich Vorgänge wie bei Trienekens wiederholten.

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