Keramikhersteller
Villeroy & Boch erwartet für 2009 Verlust

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch erwartet angesichts drastischer Absatzeinbrüche in Folge der Wirtschaftskrise nur eine langsame Erholung der Märkte. Für das Jahr 2009 rechnet Vorstandschef Frank Göring mit einem Verlust, wie er auf der Hauptversammlung des Unternehmens am Freitag sagte.

HB MERZIG. "Wir erleben eine extrem schwierige Zeit", sagte Göring vor den Aktionären des saarländischen Traditionsunternehmens in der Stadthalle Merzig. "Eine Konjunkturbelebung ist derzeit nicht in Sicht." Eine konkrete Prognose zur Höhe des erwarteten Konzernverlusts im Jahr 2009 machte er aber nicht. "Wir hoffen natürlich alle, dass das bald vorbei ist." Sollte die Talsohle bald erreicht werden, könnte das Unternehmen in 2010 operativ wieder schwarze Zahlen schreiben, sagte Göring.

Villeroy & Boch war im ersten Quartal infolge der Wirtschaftskrise und eines Sparprogramms tief in die roten Zahlen gerutscht. Um in der Krise bestehen zu können, seien "schmerzhafte Entscheidungen" nötig gewesen, sagte Göring. Das Unternehmen baut im Rahmen einer umfassenden Restrukturierung weltweit 900 der etwa 9 250 Stellen ab.

In Deutschland sind 400 Stellen betroffen. Allein mit der seit dem 1. April eingeführte Kurzarbeit ließen sich die Folgen der Krise nicht tragen. Zudem konzentriert der Konzern seine Standorte und schließt etwa einen Standort in Luxemburg. Von 2011 an soll das drastische Sparprogramm die Kosten um jährlich 50 Millionen Euro senken. Maßnahmen darüber hinaus seien derzeit nicht geplant, sagte Göring.

Der Umsatz des Unternehmens war im ersten Vierteljahr um 17,5 Prozent auf 182,2 Millionen Euro geschrumpft. Vor Steuern (EBT) fuhr der Konzern einen Verlust von 70,1 Millionen Euro ein, nach einem Gewinn von 8,3 Millionen Euro im ersten Quartal 2008. Die Kosten für das Sparprogramm in Höhe von 60 Millionen Euro sind in dem Verlust allerdings enthalten. Operativ hat vor allem das Auslandsgeschäft die Bilanz verhagelt. "Dort war es besonders kritisch", sagte Göring.

Einen Wechsel gab es an der Spitze des Aufsichtsrates. Der ehemalige Vorstandschef von Villeroy & Boch, Wendelin von Boch-Galhau, rückt an die Spitze des Gremiums und folgt damit Peter Prinz Wittgenstein, der den Vorsitz aus Altersgründen abgibt. Wendelin von Boch war 2007 von der Firmenspitze in das Aufsichtsgremium gewechselt. Er hatte die Villeroy & Boch AG mit Sitz im saarländischen Mettlach von 1998 an geführt.

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