Keramikhersteller
Villeroy & Boch will massiv Stellen abbauen

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch will wegen der Wirtschaftskrise rund 900 seiner weltweit etwa 9250 Arbeitsplätze streichen. Erste Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen würden umgehend aufgenommen.

HB METTLACH. Außerdem seien weitere Schritte geplant, um die Effizienz und Produktivität des Unternehmens zu steigern. Dazu gehörten die Spezialisierung von Standorten und die Schaffung von Kompetenzzentren. Nach Abschluss des Programms 2011 rechne Villeroy & Boch mit jährlichen Einsparungen von etwa 50 Mio. Euro. Welche Standorte vom Stellenabbau betroffen sein werden, wollte das Unternehmen am Freitagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Mettlach mitteilen.

Im laufenden Geschäftsjahr 2009 verursachen die Maßnahmen Kosten von etwa 60 Mio. Euro, die das Ergebnis noch „deutlich belasten“ werden. Erst vor wenigen Tagen hatte der Hersteller von Geschirr und Badkeramik angekündigt, etwa 1800 seiner rund 2800 Mitarbeiter in Deutschland wegen der schwachen Nachfrage in Kurzarbeit zu schicken.

Im Oktober hatte der Konzern berichtet, er rechne angesichts der schwachen Nachfrage auf wichtigen Auslandsmärkten wie den USA, Spanien oder Großbritannien für das Geschäftsjahr 2008 nur noch mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres (848,6 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) werde mit 15 bis 20 Mio. Euro (2007: 28,6 Mio. Euro) geringer ausfallen als im Vorjahr.

Die Bilanz für 2008 will das Unternehmen am 31. März vorlegen. Der Konzern macht rund 78 Prozent seiner Umsätze im Ausland und hatte 2008 unter anderem in Asien einen Sanitärhersteller und einen Badmöbelhersteller in Deutschland übernommen.

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