Keramikhersteller will mit neuen Produkten Kauflust wecken
Villeroy & Boch auf Kundenfang

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch erwartet wegen angespannter Konjunkturaussichten für 2005 einen stagnierenden bis leicht rückläufigen Umsatz. Der Gewinn soll jedoch steigen.

HB FRANKFURT. Das Traditionsunternehmen aus dem Saarland setze auf neue Produkte für Tisch und Bad wie die Geschirrserie „New Wave“ und die Geruch absaugende Toilette, sagte Vorstandschef Wendelin von Boch am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. „Wir wollen den Kunden aus der Ecke der Kaufunlust hervorholen.“ 2005 werde aber kein leichtes Jahr. Herausforderungen blieben die schleppende Konjunktur und die Billigkonkurrenz aus China.

Im ersten Quartal sei der Umsatz unter anderem wegen Sortimentsstreichungen und einer Lagerumstellung um 6,5 % auf 218 Mill. € gesunken und auch das Ergebnis liege leicht unter dem Vorjahr, erläuterte Finanzvorstand Martin Finger. Für das Gesamtjahr rechnet Villeroy & Boch aber mit einem höheren Konzerngewinn. „Die Investitionen in die Automatisierung unserer Geschirrwerke zeigen Wirkung“, sagte der Vorstandschef. Finger bezifferte den für 2005 erwarteten Umsatz mit 920 bis 930 Mill. €. 2004 hatte der Umsatz bei 960 Mill. €, bereinigt um Desinvestitionen bei 900 Mill. € gelegen.

Villeroy & Boch erzielt mit seinen drei Sparten Bad und Wellness, Tischkultur sowie Fliesen rund 70 % der Umsätze im Ausland. 2004 trennte sich das Unternehmen vom französischen Fliesengroßhandel und vier Fliesenwerken. Der Vorstand wurde auf vier von sechs Mitgliedern verkleinert, die Zahl der Mitarbeiter um 11,5 % auf gut 9000 reduziert. Nach der Restrukturierung, die die 1748 gegründete Firma 2003 in die roten Zahlen gerissen hatte, erzielte Villeroy & Boch 2004 einen Gewinn nach Steuern von 16,7 (Vorjahr: minus 25,4) Mill. €. Verluste machte noch die Fliesensparte, die erst 2006 schwarze Zahlen schreiben soll. Die Aktionäre können nun mit einer höheren Dividende von 0,37 (0,25) Euro je Stammaktie beziehungsweise 0,42 (0,30) Euro je Vorzugsaktie rechnen.

Innovationen seien der Königsweg, um in übersättigten Märkten Wettbewerbsvorteile zu erlangen, erläuterte der Vorstandschef. Villeroy & Boch sei Technologieführer bei dem Druckgussverfahren, mit dem zum Beispiel die asymmetrischen, aus einem Guss geschwungenen Tassen der Serie „New Wave“ hergestellt werden. Für die Geschirrserie hatte Villeroy & Boch 2004 den Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft erhalten. Ein weiteres neues Produkt sei ein Party-Teller in Form einer Palette, bei dem das Wein- oder Sektglas eingehängt werden kann und so eine Hand frei bleibt. Eine Innovation im Sanitärbereich sei die Toilette „PurAir“, die Gerüche über einen Kohlefilter neutralisiert.

Die börsennotierten Vorzugsaktien von Villeroy & Boch lagen am frühen Nachmittag mit 0,73 % im Plus auf 11 €.

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