Kerkorian schließt erstmals Vergleich mit Daimler-Chrysler aus
Ex-Chrysler-Chef spricht von Fusion

Im Milliarden-Prozess zwischen dem US-Investor Kirk Kerkorian und Daimler-Chrysler hat am Mittwoch der frühere Chrysler-Chef Jim Holden ausgesagt. Die Umstände seiner Entlassung sollen aus Sicht von Kerkorians Anwälten deutlich machen, dass Schrempp immer eine Übernahme und nicht eine Fusion unter Gleichen plante. Doch die Rechnung ging nicht wirklich auf. Holden verteidigte vor Gericht die Auffassung, dass der Zusammenschluss von Chrysler mit Daimler-Benz 1998 eine echte Fusion war.

HB WILMINGTON. Der im November 2000 von Dieter Zetsche abgelöste Kanadier James Holden, der an den Fusionsverhandlungen 1998 beteiligt war, antwortete auf eine entsprechende Frage von Richter Joseph Farnan vor dem Bezirksgericht in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware mit „Ja“. Auch der Architekt der Fusion und heutige Daimler-Chrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp sei davon ausgegangen: „Ich glaube nicht, dass er damit durchgekommen wäre, wenn er es nicht geglaubt hätte“, sagte Holden.

Damit bestätigte er Vorwürfe des US-Milliardärs Kirk Kerkorian nicht, der mit einer Betrugsklage gegen Daimler-Chrysler und Schrempp über eine Milliarde Dollar erstreiten will. Die Fusion sei in Wirklichkeit eine heimliche Übernahme durch Daimler-Benz gewesen, lautet der Vorwurf Kerkorians. Das habe Schrempp aber zu verschleiern versucht, um den Aktionären von Chrysler keinen höheren Aufschlag auf ihre Aktien zahlen zu müssen. Ein Indiz dafür sieht Kerkorian in einem Interview von Schrempp mit der „Financial Times“ im Herbst 2000. Der mit Spekulationen reich gewordene Investor aus Las Vegas war mit 13,75 % vor der Fusion der größte Chrysler-Aktionär.

Holden bezeichnete den Preis für die Chrysler-Aktien als fair. „Ich glaube immer noch, dass wir einen fairen Aufschlag herausgeholt haben und, was noch wichtiger ist, damit den Weg zum Überleben des Konzerns geebnet haben.“ Nach Angaben von Daimler-Chrysler hatte Kerkorian den damaligen Chrysler-Chef Bob Eaton aus ähnlichen Motiven zu der Fusion gedrängt. Holden, der als Chrysler-Chef Nachfolger von Robert Eaton war und nach einem Gewinneinbruch in den USA seinen Hut nahm, war von Kerkorians Anwälten als wichtiger Zeuge aufgeboten worden. Sie erhofften sich von ihm offenbar Unterstützung für ihre Forderungen.

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