Kerngesunde Bilanz vorgelegt
Uhu lässt Tesa noch nicht heran

Dank neuer Produkte und einer starken Nachfrage in Asien ist Tesa im abgelaufenen Jahr stärker gewachsen als der Markt. Bei der angestrebten Übernahme des Konkurrenten Uhu kommt der Klebstoffhersteller aber nicht voran.

HB FRANKFURT/HAMBURG. „Die Bilanz von Tesa ist gesund“, sagte Vorstandschef Dieter Steinmeyer am Mittwoch in Frankfurt. Der Umsatz der Beiersdorf-Tochter kletterte währungsbereinigt um drei Prozent auf 735 Mill. Euro. Der Markt sei im gleichen Zeitraum knapp ein Prozent gewachsen, sagte Steinmeyer. Den operativen Gewinn steigerte der Hersteller von Tesa-Klebefilm und -Powerstrips um 21 Prozent auf 61 Mill. Euro.

Fast die Hälfte des Umsatzes macht Tesa nach eigenen Angaben mit Produkten, die in den vergangenen fünf Jahren auf den Markt kamen. „Für uns ist Innovationsleistung sehr eng verbunden mit der Fähigkeit zu wachsen“, sagte Steinmeyer.

Der Klebemittelhersteller Tesa hat zudem einen begehrlichen Blick auf den Konkurrenten Uhu geworfen. Die Übernahme-Gespräche seien bisher allerdings am Preis gescheitert, sagte Tesa-Chef Steinmeyer bei der Bilanzvorlage in Frankfurt. In konkrete Verhandlungen sei man daher nicht eingestiegen. „Kommt Zeit, kommt Rat“, ergänzte Steinmeyer. Mit den guten Geschäftszahlen sieht sich Tesa generell für Zukäufe gerüstet.

Für 2006 strebt Tesa erneut ein Umsatzwachstum über der Marktentwicklung an. „Wir halten die Kurve“, sagte Steinmeyer in Bezug auf die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal. Der Umsatz habe von Januar bis März 200 Mill. Euro betragen, fast 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist. „Wir werden beim Umsatz im Gesamtjahr über Marktniveau abschneiden, aber nicht zweistellig“, betonte er. Das Branchenwachstum werde bei drei bis vier Prozent liegen. Der operative Gewinn werde erneut überproportional steigen. „Ich wäre enttäuscht, wenn es nicht zweistellig wäre“, fügte Steinmeyer hinzu.

Starkes Wachstum verspricht sich Tesa von einem Kleber, der Etiketten so stark fixiert, dass die Produkte fälschungssicher werden. „Diese Sicherheitstechnik wird ein wichtiges Standbein von Tesa“, betonte Steinmeyer. Zwar schreibe die Sparte noch rote Zahlen. „Aber wir glauben an die Zukunft der Technologie“, machte der Tesa-Chef klar. 2005 setzte Tesa mit der Sparte fünf Mill. Euro um, in einigen Jahren sollen es 50 Mill. werden.

Wachstumstreiber für Tesa war im vergangenen Jahr erneut das Geschäft in Asien, Afrika und Australien mit einem Plus von 12,4 Prozent auf 105 Mill. Euro. Vor allem China habe zu dem Plus beigetragen, sagte Steinmeyer. In einem dort erst im Dezember eröffneten Werk werden Spezialprodukte für die Elektronik- und Automobilindustrie hergestellt. In Deutschland stagnierte der Umsatz bei 208 (2004: 206) Mill. Euro.

Vor Billigprodukten aus Asien hat der Tesa-Chef keine Angst. „Wir erleben eine Renaissance des Qualitätsbewusstseins“, sagte er. Konkurrenzprodukte aus Niedriglohnländern verdrängten vor allem andere Klebeprodukte als Tesa aus den Regalen.

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