Kernkraftwerk Unterweser
Leben im Schatten des Atommeilers

Unterweser ist Deutschlands größtes Kernkraftwerk. Am Freitag wurde es heruntergefahren. Im nahegelegenem Rodenkirchen bangen nun Hunderte Menschen um ihre Zukunft. Ein Besuch in einem Ort, wo das Thema Kernkraft ganz speziell gesehen wird.
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RodenkirchenRodenkirchen ist ein gespaltener Ort. Rund 4000 Einwohner. Ein Meter über Meeresspiegel. Und der Himmel liegt heute nur einen Meter über dem Boden: Die dicke Suppe lässt es nicht einmal zu, dass man vom Kirchturm der historischen St.-Mätthäus-Kirche im Ortskern das so nah gelegene Kernkraftwerk Unterweser sieht.

Die Menschen in Rodenkirchen sind so, wie sie hier in der Wesermarsch eben sind: Da wird auch nach dem Kaffeetrinken noch mit „Moin“ gegrüßt und wer stattdessen „Moin Moin“ sagt, ist ein Schwätzer. In der 70-Zone wird noch 70 gefahren und überhaupt ist man ziemlich gelassen.

Wenn auch in diesen Tagen etwas weniger: Das Thema Atomkraft spaltet Rodenkirchen. Da gibt es die, die richtig froh sind, dass das Atomkraftwerk vor der Haustür am vergangenen Freitag heruntergefahren wurde. Und es solle auch nie wieder hochfahren. Eine junge Mutter schimpft, als sie ihren Einkauf im Auto verstaut, wie unsicher sie sich fühlt – gerade angesichts der Bilder aus Japan. Der Mann deutet auf das kleine Kind und sagt: „Gerade für die Kinder wäre es gut, wenn die Kernkraft stirbt.“

Eine stämmige Dame im besten Alter gibt zu Bedenken, dass die Gegend sehr landwirtschaftlich geprägt ist: „Wenn mal wirklich was passiert, kommen wir hier nicht weg.“ Zudem gäbe es da ja auch immer die Gefahr, dass das Erdreich verseucht werde.

Die ältere Generation schüttelt da eher mit den Kopf: „Wenn unser Kraftwerk in die Luft fliegt, sind wir sofort weg. Wenn eines in Frankreich hoch geht, dauert es eben ein paar Tage. Für mich macht das keinen Unterschied.“ Man habe sich längst an das KKU – so heißt das Kernkraftwerk Unterwesen hier – gewöhnt. Ein älterer Mann deutet lachend in die Luft: „Gucken Sie sich den Nebel an, es weht kein Lüftchen! Sollen wir den Strom heute mit Sonne und Wind machen?“

Eine kleine, energische Frau von rund 60 Jahren erinnert sich so deutlich an die 70er-Jahre, dass es beinahe zu einer Gefühlsregung ausartet: „Natürlich wollten wir damals des Kraftwerk hier nicht. Mein Onkel hat denen Land verkauft. Wir durften bloß keinem sagen, dass da ein Kernkraftwerk drauf soll. Das musste unbedingt geheim bleiben. So war das damals.“ Unnötig zu erwähnen, dass die folgenden Unterschriftensammlungen nichts mehr brachten.

Auch wenn dieser Tage viel diskutiert wird: Streiten würde sich die Rodenkirchener über das Thema nicht. Ihr Naturell verbietet es, sich zu viele Gedanken um Dinge zu machen, die man ohnehin nicht ändern kann.

Zudem verbindet eines Gegner und Befürworter des Kraftwerkes: Im Hinblick auf die Arbeitsplätze wäre es für Rodenkirchen wirtschaftlich gesehen schlimm, wenn das Werk dicht machen würde. Der Ort lebt mit und von dem Kraftwerk. Der Betreiber Eon ist mit Abstand der größte Arbeitgeber – ganz abgesehen von den Jobs, die indirekt wegfallen würden.

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Kommentare zu " Kernkraftwerk Unterweser: Leben im Schatten des Atommeilers"

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  • Sauberer Strom:

    Zur Verärgerung und Nachdenekn!
    Wer es genauer wissen will, schaut sich diese Videos mal an.
    Sie sind unglaublich:
    http://www.youtube.com/watch?v=6KniumsmSMs
    http://www.youtube.com/watch?v=nsI7_W8QuLU&hd=1

    Mehr hab ich nicht zu sagen.

  • Ich finde die Beispiele der Kommentatoren sehr gut und es ist Ausbaufähig!

    Wir dürfen aber nicht vergessen daß die „Alternativen Energiequellen“ nicht wirtschaftlich sind. (außer Wasserkraft)

    Es ist in der Regel Technik von Vorgestern (z. b. Windenergie, Solarenergie)

    Das bedeutet natürlich das der massive Einsatz von „extrem“ teuren Energiequellen. Den Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge hat.

    Ein Gedanke zum Schluss jeder kennt „Yellow Strom“ dahinter verbirgt sich nur der „Atomstrom“ aus Frankreich!




  • Bin ganz ihrer Meinung!
    ... Und vieles davon geht ohne Komfortverminderung

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