Kernkraftwerke
Eon und RWE treiben Bau neuer Reaktoren an

Die deutschen Versorger wollen in Großbritannien Kernkraftwerke bauen. Die Kraftwerksbauer Areva und Westinghouse rangeln um den Großauftrag. Eon und RWE wollen mit Reaktoren im Ausland den Anteil der Technik am Energiemix hochhalten. In Deutschland dagegen sieht auch RWE die Kernenergie nur als Brückentechnologie.
  • 2

ESSEN. Sowohl der französische Anlagenbauer Areva als auch die Tochter des japanischen Toshiba-Konzerns, Westinghouse, können sich Hoffnungen auf den Großauftrag von Eon und RWE zum Bau von Kernkraftwerken in Großbritannien machen. "Wir prüfen die beiden Angebote ergebnisoffen. Es ist möglich, dass auch beide zum Zuge kommen", sagte der neue Chef von RWEs britischer Tochter N-Power, Volker Beckers.

Natürlich biete es Vorteile, wenn man sich für die zwei geplanten Standorte für dasselbe Kraftwerksdesign entscheiden würde, sagte Beckers weiter. In der Regel würden dadurch die Kosten gesenkt. Allerdings könnten die Risiken gestreut werden, wenn zwei Typen zum Einsatz kämen.

Nach Beckers Worten wollen Eon und RWE bis Ende des ersten Halbjahres die Angebote prüfen. Eine Entscheidung soll dann bis Ende 2010 fallen. Während sich Konkurrent Electricité de France (EDF) in Großbritannien frühzeitig für den Areva-Konzern, der wie EDF vom französischen Staat kontrolliert wird, entschieden hat, wolle man bewusst den Wettbewerb der beiden Anbieter hochhalten.

Deutsche Versorger setzen auf zwei lukrative Standorte

Die beiden Kraftwerksbauer konkurrieren um einen lukrativen Auftrag. Eon und RWE wollen über das Joint Venture "Horizon Nuclear Power" bis 2025 insgesamt 6 000 Megawatt an Kapazitäten bauen. Dafür werden Investitionen von mehr als 15 Milliarden Pfund (16,6 Milliarden Euro) veranschlagt.

Die erste Anlage soll noch vor 2020 ans Netz gehen. Die beiden deutschen Versorger hatten sich im Frühjahr in einer Auktion zwei lukrative Standorte, an denen jeweils mehrere Reaktoren gebaut werden könnten, gesichert: Wylfa im Norden von Wales und Oldbury, westlich von Birmingham. Noch arbeitet die britische Regierung, die insgesamt zehn neue Kernkraftwerke genehmigen will, an der endgültigen Liste, welche Standorte letztlich zugelassen werden. Es gilt aber als sicher, dass Wylfa und Oldbury dazugehören werden.

Seite 1:

Eon und RWE treiben Bau neuer Reaktoren an

Seite 2:

Kommentare zu " Kernkraftwerke: Eon und RWE treiben Bau neuer Reaktoren an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Na dann wollen wir mal nur hoffen, dass der Staatskonzern areva in der Atomtechnik ein besseres Controlling besitzt, als beim Kesselbau für deutsche Kraftwerke...
    Oder sollte die Mängel dort etwa einen Vorteil für die staatliche Schwester EdF herausschlagen?

  • so so fanzosen und japaner kommen in frage um in england kernkraftwerke zu bauen . für die deutschen bleiben ein paar windmühlen übrig. eine technologie die schon vor 100 jahren in spanien als antrieb der wasserpumpen verwendung fand. im prinzip jedenfalls !
    wir verkaufen biologisch angebaute rüben, die franzosen kernkraftanlagen !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%