Kerosinzuschläge trotz steigender Gewinne
Kreml legt die Fluggesellschaft Aeroflot an die kurze Leine

Die russische Regierung hat ihren Einfluss auf die Fluggesellschaft Aeroflot verstärkt. Sie berief den einflussreichen Präsidentenberater Wiktor Iwanow zum Aufsichtsratschef des russischen Marktführers. Außerdem setzte der Kreml die vom Wirtschaftsministerium für 2005 geplante Privatisierung der 1923 gegründeten Fluggesellschaft aus.

HB MOSKAU. Ein Verkauf des Staatsanteils von 51,2 Prozent ist einem Kreml-Dekret zufolge nur noch mit persönlicher Zustimmung des Präsidenten Wladimir Putin möglich. Zuvor hatte die Regierung bereits eine Ausschreibung für den Betrieb des Moskauer Aeroflot-Heimatflughafens Scheremetjewo-II zu Gunsten Aeroflots geändert. Die Alfa- Gruppe des Öl- und Finanz-Oligarchen Michail Friedman, die zunächst den Zuschlag bekommen hatte, muss sich die Leitung des Flughafens jetzt mit Aeroflot teilen.

Die Berufung Iwanows, der auch den Aufsichtsrat des Rüstungskonzerns Alsmaz-Antej führt, lässt den Staatseinfluss auf die russische Wirtschaft weiter steigen. In vielen Unternehmen bekleiden inzwischen ranghohe Kreml-Beamte Chefposten in den Aufsichtsräten.

Mit Iwanow gewinnt der Kreml mehr Kontrolle über Aeroflots wachsende Finanzströme. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat das Unternehmen den Reingewinn um 18 Prozent auf 119 Mill. Dollar gesteigert. Der Umsatz wuchs um 23 Prozent auf 1,39 Mrd. Dollar, vor allem dank der um 18 Prozent höheren Passagierzahlen und der Zunahme des Frachtvolumens um 31 Prozent.

Aeroflot liegt mit einem Anteil von elf Prozent im innerrussischen Flugverkehr hinter den Konkurrenten Sibir und Kras-Air. Im Verkehr mit dem Ausland liegt die Gesellschaft aber mit 39 Prozent vorne. Sie plant den Beitritt zu der von Air France und Delta Airlines geführten Luftverkehrsallianz Sky Team.

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