Und: Es gibt auch gewichtige Stimmen aus der Politik, die Staatshilfen für Porsche einen Riegel vorschieben wollen. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD) etwa schließt eine Unterstützung des angeschlagenen Autokonzerns Porsche mit Steuergeld kategorisch aus. Nur wenn die Staatsbank KfW zu dem Ergebnis komme, dass ein von Porsche beantragter Milliardenkredit zu üblichen Geschäftsbedingungen und mit der Aussicht auf Gewinn vergeben werden könne, dürfe dieser Kredit bewilligt werden: "Mit Steuergeld muss hier nicht geholfen werden", sagte Steinmeier der "Stuttgarter Zeitung".
Das sieht Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) anders. Dieser kämpft in der Hauptstadt für den Milliardenkredit der KfW an die Stuttgarter Sportwagenschmiede.
Dieser wirbt in einem Papier nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" bei Politikern in Berlin und in Baden-Württemberg für den KfW-Kredit wirbt. Der Sportwagen-Hersteller will demnach wegen seines Kreditantrags bei der Staatsbank KfW auf keinen Fall mit Unternehmen gleichgesetzt werden, die ein Sanierungsfall sind und deshalb um Staatshilfe bitten "Porsche ist ein kerngesundes Unternehmen, nicht vergleichbar mit Opel, Schaeffler oder Arcandor", heißt es laut Bericht in dem Papier.
Porsche habe eine "vorübergehende Liquiditätslücke" in Höhe von 1,75 Milliarden Euro, schreibt der Konzern in seinem "Argumentations-Papier", das Politiker von der Kreditwürdigkeit überzeugen soll. Man sei "unverschuldet" in diese Lage geraten. Der Kreditbedarf sei eine Folge der Finanzkrise. Grund für die Liquiditätslücke sei vor allem der "Totalausfall amerikanischer Geschäftsbanken und der Ausfall europäischer Banken", die privaten Kreditinstitute in Deutschland könnten das nicht ausgleichen.
Kanzlerkandidat Steinmeier wiederum kritisierte die Streitigkeiten zwischen den Familien Piëch und Porsche sowie zwischen den CDU-Ministerpräsidenten Günther Oettinger und Christian Wulff. Letztlich gehe es dabei um die Frage, unter welcher Führung die Fusion von VW und Porsche erfolge und welches Bundesland davon profitiere. Dieser Streit sei kontraproduktiv und nütze weder den Unternehmen noch den Beschäftigten an beiden Standorten.