KfW-Geld
Porsche-Kredit: Wulff ist kompromissbereit

Porsche ringt in Berlin um den dringend benötigten Kredit der Staatsbank KfW. Und jetzt könnte der Sportwagen-Bauer einen Schritt vorangekommen sein. Denn Niedersachsens Ministerpräsident Wulff hat unter Bedingungen nichts mehr gegen einen Kredit einzuwenden. Und auch SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier ist nicht abgeneigt.

HB HANNOVER. Eigentlich standen für Porsche an diesem Tag alle Zeichen auf Sturm. Im Fahrzeuggeschäft schrumpfte der Gewinn der ersten drei Quartale und die Umsatzrendite schmolz auf unter zehn Prozent zusammen. Die Zahlen, die Porsche da auf den Tisch legte, sehen nicht gut aus - ganz abgesehen vom Ringen der Zuffenhausener um den dringend benötigten Milliardenkredit der staatlichen Förderbank KfW. Der Autobauer hat ein Darlehen in Höhe von 1,75 Milliarden Euro bei der KfW beantragt. Nur: Sowohl in Regierungs- wie auch in Oppositionskreisen gibt es aber erhebliche Vorbehalte gegen die Stuttgarter Geldwünsche.

Doch dann kommen ausgerechnet aus dem VW-Land Niedersachsen hoffnungsvolle Signale - und das auch noch von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Dieser gibt sich an seinem heutigen 50. Geburtstag großmütigg: Sollte die KfW Porsche einen Kredit gegen, gehe das unter Umständen durchaus in Ordnung. Politisch hätte er es anders entschieden, da die KfW eigentlich für kleine und mittelständische Unternehmen da sei. Sollte der Porsche-Kredit aber den Kriterien entsprechen, sei das zu vertreten.

Wulff sperrt sich damit weniger gegen den KfW-Kredit für Porsche als bisher. Dies wiederum könnte darauf hindeuten, dass der hoch verschuldete Autobauer an die rettenden Mittel gelangt. Porsche ist wegen der VW-Übernahme mit 9 Milliarden Euro verschuldet und braucht frisches Geld. Neben dem Kredit der KfW führen die Schwaben zurzeit auch Gespräche über einen Einstieg des Emirats Katar mit etwa einem Viertel der Anteile.

Und das Geld kann Porsche mehr als gut gebrauchen, wie sich auch an den jüngsten Zahlen zeigt. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres (2008/2009) ist der Umsatz ohne die VW-Beteiligung um 15 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro abgesackt, wie das Unternehmen in Stuttgart berichtete. Der Absatz ging um 27,6 Prozent auf 53.635 Sport- und Geländewagenwagen zurück.

Bekommt Porsche Geld von der KfW, kann der niedersächsische Ministerpräsident dem sogar etwas Positives für VW abgewinnen: Auf diese Weise komme VW eher an die an Porsche verliehenen 700 Mio. Euro, sagt er mit fast ironischem Unterton. Wulff fordert eine grundsätzliche Entscheidung bis Ende Juni. Bis dahin müsse klar sein, in welche Richtung man marschiere: Arbeiten VW und Porsche gemeinsam an einem integrierten Automobilkonzern - oder bleibt alles wie bisher. Wulff ist beides recht - an der starken Stellung Niedersachsens ändert sich nichts.

Der VW-Vorstand ist jedenfalls genervt. In Wolfsburg heißt es, man verbringe zu viel Zeit mit Sitzungen in Salzburg oder Stuttgart statt sich um das Kerngeschäft zu kümmern: attraktive Autos.

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