KFZ-Krise
Russlands Automarkt geht in die Knie

In Russland Autos verkaufen - das war für deutsche Autohersteller bisher eine grandiose Erfolgsgeschichte. Doch jetzt will der Kreml die heimische Autobranche schützen und erhöht die Einfuhrzölle. Wie die Deutschen auf den russischen Schritt reagieren.

MOSKAU. Noch zu Beginn des Jahres galt der russische Automarkt als das Mekka für ausländische Fahrzeughersteller in Europa. Doch nach den gewaltigen Zuwachsraten der vergangenen Jahre - 2007 kamen die ausländischen Anbieter auf eine Zuwachs von 61 Prozent - haben sich inzwischen auch die Aussichten in Russland rapide verdüstert. Die Regierung will jetzt inmitten der weltweiten Krise der Automobilbranche die heimische Fahrzeugindustrie schützen, und hat den Einfuhrzoll für Neuwagen von 25 auf 30 Prozent erhöht. Medienberichten zu Folge hat Ministerpräsident Wladimir Putin bereits ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet.

Die Regierung erhöhte auch den Einfuhrzoll für Gebrauchtwagen deutlich. Mit den Importzöllen sollen Fahrzeuge so verteuert werden, dass sich die Einfuhr finanziell nicht mehr lohnt. Die im November vom Parlament, der Duma, beschlossenen Maßnahmen sollen die internationalen Autokonzerne motivieren, ihre Produktion nach Russland zu verlagern. Doch ob diese angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung in Russland ein großes Bedürfnis verspüren, die schon vielfach bestehenden Kapazitäten auszubauen, ist mehr als fraglich. Die weltweite Finanzkrise hat auch in Russland ihre Wirkung entfaltet - mit steigenden Arbeitslosenzahlen, dem Einbruch im Kreditgeschäft und Einschnitten bei den Einkommen.

Nach einer Einschätzung der Association of European Business (AEB) in Russland ist der Verkauf ausländischer Pkw erstmals seit vier Jahren im November wieder rückläufig. Nachdem der Vormonat immerhin noch ein Plus von neun Prozent gezeigt hatte, sackte der Verkauf darauf um 17 Prozent ein. Vor allem die bisher absatzstärksten Marken wie Chevrolet, Ford oder Nissan mussten Einbußen verkraften - Nissan sogar um 31 Prozent. Außer Opel stehen die deutschen Autofirmen noch sehr gut da. Volkswagen, Mercedes, BMW und Audi konnten gegen den Trend zweistellig wachsen. Klar ist aber, dass die Studie von Pricewaterhouse-Coopers vom Sommer, nach der Russland Deutschland noch in diesem Jahr als größter Automarkt Europas überholen würde, inzwischen nur noch Altpapierwert hat.

Seite 1:

Russlands Automarkt geht in die Knie

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%