Kia-Chef Schreyer
„Ein Kia verschwindet heute nicht mehr in der Masse“

Mit Audi TT und VW Beetle ist Peter Schreyer einer der bekanntesten Autodesigner geworden. Warum Kia keinen Drachen als Logo braucht und was er und George Clooney gemeinsam haben.
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Mit Audi TT und VW Beetle ist Peter Schreyer zu einem der bekanntesten Autodesigner der Welt geworden. Seit vier Jahren steht der Bayer für den Erfolg des koreanischen Autobauers Kia. Im Interview spricht Schreyer über sein Erfolgsrezept, wieso Ikea für ihn ein Vorbild ist, warum Kia keinen Drachen als Logo braucht und was er und der Schauspieler George Clooney gemeinsam haben.

Herr Schreyer, kurz nach Ihrem Antritt bei Kia haben Sie gesagt, dass ihr Engagement bei dem südkoreanischen Autohersteller einer Einladung gleichkomme, Spuren im Schnee zu hinterlassen. Wie sehen ihre Spuren denn nun aus?

Die kann man auf der Straße sehen. Ich denke, dass es deutlich sichtbar ist, wie sich unsere Autos seit dem Jahr 2006 verändert haben. Im Endeffekt spiegeln sich diese Spuren auch einfach im wirtschaftlichen Erfolg und im Börsenwert von Kia wider. Persönlich macht es mich auch ein wenig Stolz, mehr und mehr von unseren neuen Fahrzeugen auf der Straße zu sehen. Ein Kia verschwindet heute nicht mehr in der Masse, sondern sticht durch sein Design hervor.

Sie haben auch gesagt, bevor man Spuren im Schnee hinterlassen kann, muss man erst mal einen Berg besteigen. Haben Sie den Gipfel bei Kia erreicht?

Ich möchte lieber das Gefühl haben, dass wir noch nicht ganz oben angekommen sind. Es ist reizvoll zu wissen, dass wir noch etwas zu bewegen haben. Das ist gerade das Schöne bei Kia. Als Herausfordermarke wollen wir noch mehr erreichen und sind dafür auch bereit, unkonventionelle Wege zu gehen. Dafür sind schnelle Entscheidungen und eine klare Vision wichtige Voraussetzungen. Eben wie beim Bergsteigen, wenn man vom Basis-Camp aus den nächsten Teil des Anstieg zum Gipfel plant.

Ist dies das Dilemma der alten, etablierten Hersteller?

In Asien und speziell in Korea spürt man eine großartige Aufbruchsstimmung. Die Menschen dort zeigen einen unbändigen Willen die Zukunft zu gestalten.

Hat Sie das auch befeuert?

Für mich äußert sich das darin, dass ich an meiner Arbeit bei Kia, mit all meinen hochmotivierten Mitarbeitern sehr viel Freude habe. Ich genieße den Spaß bei der Arbeit, sie beflügelt mich. Ich habe das Glück und die Chance einen echten Beitrag zu leisten und somit unsere Marke voranzubringen.

Der Nettogewinn von Kia ist im zweiten Quartal um 61 Prozent gestiegen, 2009 kletterte der Absatz um 20,1 Prozent, in Deutschland gar um mehr als 60 Prozent. Kein schlechtes Ergebnis für einen Hersteller, der vor etwas mehr als zehn Jahren fast vor dem Aus stand. Was ist das Erfolgsrezept? Liegt alles nur am guten Design?

Das Design spielt hier sicherlich eine große Rolle. Es kommen aber auch noch andere Faktoren dazu: Die Qualität der Autos hat sich verbessert und unser Modellangebot ist deutlich größer geworden. Wir haben praktisch die gesamte Modellpalette komplett erneuert. Alles in allem ist durch Kia ein großer Ruck gegangen. Und natürlich hat sich auch unsere 7-Jahre-Herstellergarantie positiv ausgewirkt. Wichtig ist: Nicht nur das Design muss sich weiterentwickeln, sondern die ganze Marke hat einen großen Schritt nach vorne gemacht.

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