Kikukawa-Rücktritt
Krise bei Olympus spitzt sich zu

Nach der Entlassung von Vorstandschef Woodford ist nun der Verwaltungsrats-Vorsitzende von Olympus, Kikukawa, zurückgetreten. Der Kamerahersteller schlittert immer weiter in die Krise.
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TokioDer japanische Kamerahersteller Olympus rutscht immer tiefer in den Sumpf eines Skandals um hohe Beratergebühren. Der Aufsichtsratsvorsitzende und Präsident Tsuyoshi Kikukawa trat am Mittwoch wegen der sich rapide ausweitenden Affäre zurück. Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr, hat mittlerweile auch die japanische Börsenaufsicht Ermittlungen gegen den seit 92 Jahren bestehenden Konzern aufgenommen. Der Skandal könnte in Japan eine neue Debatte über die Managementkultur des Landes anfachen. Kritiker bemängeln seit langem einen Mangel an unabhängigen Kontrollinstanzen.

Vor zwei Wochen hatte Olympus seinen britischen Chef Michael Woodford mit der Begründung vor der Tür gesetzt, er verstehe weder den Management-Stil des Unternehmens noch die japanische Kultur. Der seit 1980 bei Olympus tätige Woodford hatte zuvor die britische Börsenaufsicht kontaktiert und um eine Prüfung von dreistelligen Millionenzahlungen gebeten, die bei der Übernahme des britischen Medizinausrüsters Gyrus im Jahr 2008 geflossen waren. Kikukawa übernahm nach dem Rausschmiss Woodfords Posten.

Der Konzern, der neben den „Pen“-Kameras auch Medizintechnik wie Endoskope herstellt, räumte daraufhin vor einer Woche ein, im Rahmen der Gyrus-Übernahme insgesamt 687 Millionen Dollar und damit fast ein Drittel des Kaufpreises für Berater-Honorare auf den Tisch gelegt zu haben - das dürfte ein weltweiter Rekord für Übernahmeberatung sein und ist mehr als der voraussichtliche Jahresgewinn des Konzerns. Bis dahin hatte Olympus lediglich Zahlungen von 391 Millionen Dollar eingeräumt.

Die Namen der Berater hat Olympus noch immer nicht veröffentlicht. Am Mittwoch griff das Unternehmen erneut Woodford dafür an, Interna ausgeplaudert zu haben. Die Olympus-Aktie hat seit dem Rausschmiss Woodfords bereits mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Am Mittwoch kam erneut ein Minus von fast acht Prozent hinzu. Branchenexperten bemängelten, der Wechsel an der Spitze allein trage kaum zur Lösung der zahlreichen Probleme bei. Auch Woodford selbst nannte den Rücktritt Kikukawas lediglich „einen Anfang“. Kikukawa-Nachfolger Shuichi Takayama habe bislang auch nichts zur Aufklärung beigetragen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Seit einigen Jahren verpflichten asiatische Firmen zunehmend auslaendische (“westliche”) Manager in ihren Unternehmenszentralen. Oft kommt es dabei zu sehr kontroversen Trennungen schon nach kurzer Zeit (z.B. Michael Woodford/Olympus, Chip Goodyear/Temasek, Linda Myers/SK Group). Es ist jedoch zu befuerchten, dass uns die in Medienberichten endenden spektakulaeren Faelle den Blick verstellen auf viele andere langjaehrig erfolgreiche “Foreign Executives in Local Organisations” (FELOs).

    Systematische wissenschaftliche Untersuchungen dieser Arbeitsverhaeltnisse (http://FELOresearch.info) zeigen warum FELOs eingestellt werden, was diese zu “Insidern” werdenden “Outsider” beitragen, und welche Einfluesse dazu angetan sind kulturelle Huerden in diesen seltenen interkulturellen Arbeitsverhaeltnissen zu ueberwinden.

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