Kion Group
Linde verkauft Gabelstapler an Amerikaner

Linde ist seinem Ziel, ein reiner Industriegase-Hersteller zu werden, ein großes Stück näher gekommen. Die Wiesbadener haben ihre Gabelstapler-Sparte Kion für 4 Mrd. Euro an Finanzinvestoren aus den USA verkauft. Die Amerikaner haben bereits konkrete Pläne, was sie mit ihrer Neuerwerbung anstellen wollen.

HB FRANKFURT. Käufer des Gabelstapler-Geschäfts sei ein Konsortium aus Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Goldman Sachs Capital Partners, teilte Linde in der Nacht zum Montag mit. Die Verträge seien bereits unterzeichnet worden. Die Kartellbehörden müssen dem Verkauf aber noch zustimmen.

„Das Gesamtkonzept von KKR und Goldman Sachs hat uns absolut überzeugt“, sagte Linde-Chef Wolfgang Reitzle. Die beiden Finanzinvestoren erklärten, sie würden die Wachstums- und Ertragsmöglichkeiten bei Kion konsequent nutzen und den Wert des Unternehmens nachhaltig steigern. „Unser mittelfristiges Ziel ist dabei ein Börsengang,“ kündigten sie an. Details dazu wurden nicht genannt.

Der Verkaufspreis für die Gabelstapler-Sparte liegt am oberen Ende dessen, was Analysten als erzielbaren Erlös bezeichnet hatten. Die meisten Schätzungen der Branchenspezialisten hatten sich um 3 Mrd. Euro bewegt.

Linde mit Mega-Übernahme

Linde hatte vor kurzem den britischen Gasekonzern BOC für 12 Mrd. Euro übernommen und damit den französischen Konkurrenten Air Liquide auf Platz zwei in der Branche verdrängt. Im Zuge der BOC-Übernahme hatte das Linde-Management die Gabelstapler-Sparte zum Verkauf gestellt, wobei zunächst auch ein Börsengang geprüft wurde. Konzern-Chef Reitzle hatte dann aber vergangene Woche durchblicken lassen, dass ein Verkauf die wahrscheinlichste Option sei.

Zur Vorbereitung der Trennung hatte Linde die Gabelstapler-Sparte unlängst unter dem Namen „Kion Group“ rechtlich verselbständigt. Das Unternehmen, das mit seinen drei Marken Linde, Still und OM in Europa Marktführer ist, kam vergangenes Jahr auf einen Umsatz von 3,6 Mrd. Euro. Der operative Gewinn lag bei 223 Mill. Euro. Kion hat derzeit rund 20 000 Beschäftigte. Im dritten Quartal hatte die Gesellschaft ihren operativen Gewinn um sechs Prozent auf 56 Mill. Euro gesteigert.

Deutsche Standorte sind vorerst sicher

In dem Verkaufspreis von 4 Mrd. Euro sind nach Linde-Angaben Nettofinanzschulden von rund 400 Mill. Euro enthalten, die Pensions- und Leasing-Verbindlichkeiten abdeckten. Zudem übernehmen die Finanzinvestoren sämtliche Vereinbarungen zur Standortsicherung, die das Linde-Management im Sommer 2005 mit den Arbeitnehmern des Gabelstapler-Bereichs geschlossen hatte. Wichtigster Punkt der bis zum Jahr 2011 laufenden Standortvereinbarung ist, dass es zu keiner Verlagerung deutscher Produktionsstätten nach Osteuropa kommt. Im Gegenzug hatten die Arbeitnehmer unter anderem der Flexibilisierung der Arbeitszeiten zugestimmt.

Im Zuge der Konzentration auf das Industriegase-Geschäft will sich Linde auch noch vom Komponentengeschäft der Vakuumtechniktochter BOC Edwards trennen. Die Deutsche Bank hat bereits das Mandat für den Verkauf erhalten. Das Geschäft mit Flüssiggasen und Elektronikgasen von BOC Edwards will Linde dagegen weiterführen und in die neue Linde Group integrieren. 2005 erzielte BOC Edwards im Komponentengeschäft einen Umsatz von etwa 800 Mill. Euro. In spätestens zwölf Monaten will Linde auch dieses Geschäft verkauft haben.

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